EPRA NAV steigt weiter, großes Wachstumspotential
S Immo konnte das Nettoergebnis im Q1 21 wieder ins Plus drehen, jedoch hinterließ die Corona-Pandemie nach wie vor Spuren, vor allem im Hotelsegment. Die Mieterlöse stiegen um 2,8% auf EUR 32,0 Mio. während das Bruttoergebnis aus der Hotelbewirtschaftung mit EUR -1,3 Mio. negativ ausfiel (1Q 20: EUR + 1,6 Mio.). Gestützt von einem positiven Ergebnis aus der Immobilienbewertung von EUR 2,5 Mio. (1Q 20: Wertberichtung von EUR -31,5 Mio.) drehte das Periodenergebnis von EUR -12,5 Mio. auf EUR 18,2 Mio. Der FFO I fiel wie erwartet infolge des schwachen Hotelgeschäfts um rund 30% auf EUR 9,5 Mio. S Immo bestätigte, dass auf Basis einer Wertanalyse zum 30.4. mit einem Wertzuwachs von EUR 85 Mio. zu rechnen ist, der sich in den Zahlen zum Q2 widerspiegeln sollte. Dies würde den EPRA NAV, der zum 31.3. bei EUR 25,05/Aktie lag, auf über EUR 26/Aktie heben. Das Management gab keinen konkreten Finanzausblick für 2021.
In einem Zeitungsinterview lehnte CEO Ettenauer das Übernahmeangebot der Immofinanz zu EUR 22,25/Aktie weiter als zu niedrig ab. Die S Immo kann ihren Aktionären vor allem auf standalone-Basis attraktives Wachstumspotential bieten. Im Falle des Scheiterns des Übernahmeangebots würde die Gesellschaft die Anteile an Immofinanz und CA Immo verkaufen und hätte eine gehebelte „Kriegskasse“ für Investitionen von rund EUR 1 Mrd. zur Verfügung.
Ausblick
Die Q1-Zahlen lagen im Rahmen unserer Erwartungen, ebenso die Einschätzung des S Immo-Managements, dass der gebotene Übernahmepreise zu gering ist. Wie in unserem jüngsten Beitrag dargelegt, bieten sich aus Sicht des Investors derzeit zwei Optionen. Im Falle der Erwägung, sich von der Aktie zu trennen, erscheint uns ein Verkauf über den Markt sinnvoller. Zwar notiert die Aktie mit einem geringen Abschlag zum Angebotspreis, jedoch wären die Mittel sofort verfügbar und könnten reinvestiert werden. Bei einer Annahme des Angebots müsste man warten, bis das Angebot endgültig verbindlich wird, und das könnte sich bis in den Herbst hineinziehen. Wir würden jedoch empfehlen, weder zu verkaufen noch das Angebot anzunehmen, sondern einmal abzuwarten. Zum einen könnte das Angebot noch nachgebessert werden (von wem auch immer), zum anderen besteht beim Geschäftsmodell und bei der Qualität des S Immo Managements kaum Zweifel, dass sich der Wert der Aktie langfristig weiter erhöhen wird. Und die Nachfrist bis Mitte/Ende Oktober im Falle einer erfolgreichen Übernahme bietet dem Anleger reichlich Zeit, seine Entscheidung zu überdenken und doch noch anzunehmen.