s Immo warnt Aktionäre vor Tücken beim Immofinanz-Übernahmeoffert
CEO: Preis unangemessen, Markt daher "nicht gierig auf das
Angebot" - Ettenauer: Wollen klare und sichere Abwicklung für
die Aktionäre - Bei Scheitern des Offerts
Beteiligungs-Entflechtung
Der Vorstand des Immobilienkonzerns s Immo warnt
seine Aktionäre vor einer unüberlegten Annahme des Übernahmeangebots
des Großaktionärs Immofinanz und bastelt auch schon an
Investment-Strategien für den Fall des Scheiterns des Offerts. Neben
dem niedrigen Angebotspreis verweist s-Immo-Chef Bruno Ettenauer auf
von ihm als wirtschaftsfremd klassifizierte Pläne der Immofinanz zu
den technischen Abläufen.Der Markt sei "nicht sehr gierig auf das Angebot", meinte der CEO
am Donnerstag. Das zeige der Kurs der s-Immo-Titel, der anhaltend
unter dem bereits nachgebesserten Angebot von 22,25 Euro pro Aktie
liege. Allerdings könne die Immofinanz bis acht Tage vor Ende des
bis 16. Juli laufenden Angebots nachbessern, und es werde auch noch
eine Nachfrist geben.
Die Immofinanz, die bereits 26,49 Prozent der s Immo hält und
eine Mehrheit anstrebt, habe seinerzeit zu Preisen mit einem
Aufschlag von rund 15 Prozent auf den EPRA-Net-Asset-Value gekauft,
das jetzige Offert liege in der gleichen Größenordnung unter dem
NAV. "Wir halten den Preis nicht für angemessen gut", daher sei man
gegen das Angebot.
"Wenn das Offert preislich verbessert wird, werden wir unsere
Meinung anpassen - da müssten wir mit der gleichen Rationalität
drangehen. Uns geht es nur um einen fairen Preis für die Aktionäre",
betonte Ettenauer vor Journalisten.
Woran sich der s-Immo-Vorstand noch stößt, sind die von der
Immofinanz geplanten Abläufe. "Wir wollen eine klare und sichere
Abwicklung für die Aktionäre", fordert Ettenauer. Wie die technische
Abfolge jetzt vorgesehen sei, sei "nicht State of the Art" und
"nicht wirtschaftsnahe". Eine Vorweg-Eigentumseintragung zugunsten
der Immofinanz mit der Möglichkeit einer nachträglichen Löschung
wäre nicht die richtige Vorgangsweise, "wir wollen eine
wirtschaftlich logische Reihenfolge haben".
Seine Bedenken werde der s-Immo-Vorstand kommende Woche in seiner
- bei Übernahmeangeboten üblichen - Stellungnahme äußern. Man sei
nicht grundsätzlich gegen das Angebot und würde auch eine
Satzungsänderung wie von der Immofinanz angepeilt unterstützen,
sollte die Immofinanz 51 Prozent der ausstehenden Aktien angedient
bekommen.
Die zum Punkt Satzungsänderung von der Immofinanz als
Großaktionär gewünschte außerordentliche Hauptversammlung werde es
noch vor Ablauf der Angebotsfrist geben, kündigte Ettenauer an.
Vorgegeben sind 15 Tage vor Ende der Frist. Derzeit prüfe man
rechtlich, wie das zeitlich zu schaffen sei. Die Einberufungsfrist
beträgt 21 Tage. Würde man sie jetzt schon einberufen, so würden die
s-Immo-Aktionäre noch nicht einmal die Stellungnahme des Vorstands
kennen.
Sollte das Immofinanz-Übernahmeangebot scheitern, würde der
s-Immo-Chef "die wechselseitige Verquickung wieder aufheben", also
die Anteile der s Immo an der Immofinanz und der CA Immo veräußern.
Mit den 500 bis 550 Mio. Euro Erlös daraus könne man eine Milliarde
an Immo-Investments stemmen, vornehmlich solche, die sofort
Mieteinnahmen bringen.
(Forts. mögl.) sp/tsk
ISIN AT0000652250 AT0000A21KS2
WEB http://www.simmoag.at
http://www.immofinanz.com
ISIN US88160R1014
WEB http://www.teslamotors.com/