voestalpine bewirbt sich um EU-Gelder für klimafreundlicheren Stahl
Umweltministerium sagte Kofinanzierung von 50 bis 70 Mio. Euro
jährlich zu, für maximal zehn Jahre ab 2025
Der Linzer Stahlkonzern voestalpine bewirbt
sich für EU-Gelder, um den klimaschädlichen CO2-Ausstoß bei der
Stahlerzeugung zu reduzieren. Die dafür notwendige Kofinanzierung
Österreichs ist am Mittwoch im Ministerrat von der Bundesregierung
beschlossen worden, wie das Umweltministerium mitteilte. Vereinfacht
gesagt geht es darum, im Hochofen Kohle und Koks durch Strom und
später durch Wasserstoff zu ersetzen.Die voestalpine reicht den geplanten schrittweisen Umstieg vom
kohlebasierten Hochofen auf eine grünstrombetriebene
Elektrostahltechnologie beim EU-ETS-Innovationsfonds ein. Die Linzer
erwarten eine Entscheidung aus Brüssel für Ende 2021. Es geht dabei
um Investitionen in die Stahlwerke in Linz und Donawitz. So muss
etwa eine 220-kV-Stromleitung gebaut werden.
Wie aus dem Ministerratsvortrag hervorgeht, liegt der mögliche
Unterstützungsrahmen der EU zwischen 250 und 350 Mio. Euro.
Zusätzlich werde das Klimaschutzministerium eine Kofinanzierung in
Höhe von 50 bis 70 Mio. Euro pro Jahr für die Laufzeit des
entsprechenden EU-Fördervehikels ab 2025 für maximal 10 Jahre zur
Verfügung stellen.
"Die klimafreundliche Stahlerzeugung ist ein Meilenstein am Weg
zur Dekarbonisierung der Industrie. Ich freue mich, dass die
voestalpine mit ihrem Vorzeigeprojekt vorangeht und befürworte die
Einreichung beim ETS-Innovationsfonds der EU. Mit der heute
beschlossenen Absichtserklärung sorgen wir dafür, dass wir auch auf
nationaler Ebene die Voraussetzungen schaffen, damit dieses
Unterfangen glückt und die voestalpine mit ihrem Projekt erfolgreich
Förderungen beantragen kann", sagte Umweltministerin Leonore
Gewessler (Grüne).
"Eine weitere signifikante Reduktion der CO2-Emissionen ist nur
auf Basis eines radikalen Technologiewandels möglich. Wir haben
einen ambitionierten Stufenplan entwickelt, wie wir als voestalpine
unseren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten können. Die
Umsetzung erfordert jedoch massive Investitionen in neue
Technologien, die wir im internationalen Wettbewerb nicht alleine
tragen können", erklärte voestalpine-Vorstandschef Herbert
Eibensteiner.
Zur klimafreundlichen Strahlproduktion ist es für Stahlkocher
aber noch ein langer Weg. Auch für die voestalpine gibt es noch
viele Hürden. "Wenn wir einen Elektro-Ofen einschalten, geht in Linz
das Licht aus", meinte Eibensteiner selbst voriges Jahr in den
"Oberösterreichischen Nachrichten". Die voestalpine ist in
Österreich für rund zehn Prozent der gesamten CO2-Emissionen
verantwortlich.
Mit dem schrittweisen Umstieg auf Elektro-Hochöfen könnten die
CO2-Emissionen nach 2030 um etwa ein Drittel, also drei bis vier
Millionen Tonnen jährlich, vermindert werden, gibt die voestalpine
an. Langfristig strebt der Konzern an, den Einsatz von grünem
Wasserstoff im Stahlerzeugungsprozess sukzessive zu erhöhen und bis
2050 die CO2-Belastung um insgesamt mehr als 80 Prozent zu senken.
(Schluss) pro/kre
ISIN AT0000937503
WEB http://www.voestalpine.com