108-Millionen-Klage von Investor Schafferer gegen Pecik und Benko
Tiroler Immounternehmer klagte wegen s-Immo-Deal um
Aktienpaket von Abramovich - Beklagte weisen Vorwürfe zurück -
Verfahren am Handelsgericht Wien, Zeugeneinvernahmen im
November geplant
Am Wiener Handelsgericht hat heute ein
Zivilverfahren um eine Klage des Tiroler Immobilieninvestors Markus
Schafferer gegen die Unternehmer Ronny Pecik und Rene Benko
begonnen. Schafferer bzw. sein Unternehmen, die Schafferer Holding,
klagt die Unternehmen von Benko und Pecik auf 108 Millionen Euro. Es
geht um den Kauf eines s-Immo-Aktienpakets vom russischen
Unternehmer Roman Abramovich.Schafferer sieht sich beim von ihm angestrebten Erwerb der
s-Immo-Aktien ausgebootet. In seiner Klagsschrift behauptet
Schafferer laut dem Wirtschaftsmagazin "trend", er habe 2016 eine
exklusive Vereinbarung mit der Anadoria Investments Ltd. des
russischen Oligarchen Abramovich für den Erwerb von deren 7,6
Millionen S-Immo-Aktien getroffen zum Preis zwischen elf und zwölf
Euro pro Stück. Anfang 2017 habe er Pecik als Partner mit
Börsenerfahrung für den Deal gewonnen und eine
Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen. Doch am 7. April 2017
machte Pecik das Geschäft alleine. Jetzt fordert Schafferer eine
"Naturalrestitution" dieser 7,6 Millionen s-Immo-Aktien. Die Signa
Holding kommt ins Spiel, weil Benko und Pecik in der Folge gemeinsam
s-Immo-Anteile zukauften und eine Beteiligungsgesellschaft von Pecik
mit der Signa Holding verschmolzen wurde, die deswegen als
Rechtsnachfolgerin beklagt ist.
Der Streitwert der Klage beläuft sich auf über 108 Millionen
Euro. Beklagt sind die Signa Holding von Benko, die RTR
Privatstiftung von Pecik sowie zwei weitere Gesellschaften. Als
Kläger tritt die Schafferer Holding auf. Vor Gericht erschien heute
bei der vorbereitenden Tagsatzung nur der Kläger Schafferer, die
Beklagten ließen sich durch Anwälte vertreten.
Pecik und Benko weisen die Vorwürfe zurück. Pecik gebe an, er
habe das höchste Gebot gemacht und es habe keinen gemeinsamen
Kaufplan mit Schafferer gegeben, weil man sich nicht auf die
Struktur habe einigen können, hieß es in Vorberichten zu dem
Verfahren.
"Es dreht sich um die Frage, was die beiden Seiten vereinbart
haben", erläuterte der Sprecher des Handelsgerichts am Freitag zur
APA. Um diese Frage zu klären will die Richterin nun dreizehn
Personen als Zeugen einvernehmen, möglichst geblockt innerhalb von
zwei Wochen. Schriftliche Unterlagen gebe es anscheinend nur wenige.
Der nächste Gerichtstermin wurde nun für den 9. November angesetzt,
möglicherweise wird - auf Kosten der Parteien - ein Seminarraum in
einem Hotel angemietet, um Platz für die zahlreichen Anwälte und die
interessierte Öffentlichkeit zu haben.
(Schluss) gru/tsk
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