Chiphersteller ams peilt nach Osram-Deal Umsatzverdoppelung an
Bis 2026 sollen die Verkaufserlöse auf über 10 Mrd. Euro
zulegen - 2020 sollen die Umsätze aber vorerst von 5,4 auf 4,8
Mrd. Euro sinken - (von Alexandra Schwarz-Goerlich/Reuters)
Der steirische Chipkonzern ams
strebt nach der Übernahme des deutschen Lichttechnikkonzerns Osram
in den nächsten sechs Jahren eine Umsatzverdoppelung an. Bis 2026
sollen die Erlöse der zusammengeschlossenen Unternehmen auf über 10
Milliarden Euro steigen, wie aus einer Reuters vorliegenden internen
Unternehmenspräsentation hervorgeht.In der Prognose seien auch Zukäufe inkludiert, heißt es in den
Unterlagen. Laut einer mit der Situation vertrauten Person wurden
diese Ziele in der vergangenen Woche bei einer internen
Veranstaltung präsentiert.
Im laufenden Geschäftsjahr stellt sich ams allerdings für das
kombinierte Unternehmen auf schrumpfende Erlöse ein. In der
Präsentation wurde ein Umsatzrückgang auf 4,8 Mrd. Euro genannt,
nach 5,4 Mrd. Euro im Jahr davor. Eine ams-Sprecherin wollte sich
nicht dazu äußern. Sie verwies darauf, dass der Konzern langfristig
ein zweistelliges Umsatzwachstum und eine starke Profitabilität
angekündigt hatte.
Durch die Coronakrise ist ams bisher gut durchgekommen. Für das
zweite Quartal stellte der Konzern mit Sitz in Premstätten bei Graz
einen Umsatz von 440 bis 480 Mio. Dollar (384 bis 419 Mio. Euro) in
Aussicht, nach 390 Mio. Dollar im Vorjahresquartal. Auch für das
zweite Halbjahr kündigte der Apple-Zulieferer dank positiver
Rückmeldungen von Smartphone-Herstellern eine gute Entwicklung an.
Osram hingegen befürchtet im Gesamtjahr einen Umsatzeinbruch um fast
ein Fünftel. Die Erlöse von zuletzt 3,5 Mrd. Euro dürften um 15 bis
19 Prozent zurückgehen, prognostizierte das Unternehmen Mitte Juni.
Beim Gewinn erwartet Osram einen noch stärkeren Absturz.
Der Münchner Traditionsbetrieb ist nach langem Ringen endgültig
mehrheitlich in österreichischer Hand. Mehr als ein halbes Jahr nach
Abschluss des Übernahmeangebots von ams hatten die Osram-Aktionäre
Mitte Juli die versprochenen 41 Euro für ihre Aktien bekommen. Die
EU-Kommission nickte als letzte der damit befassten
Wettbewerbsbehörden die Milliardenübernahme ab.
(Schluss) kre/cs
ISIN AT0000A18XM4 DE000LED4000
WEB http://www.osram.de