65,5 Mio. Euro Kartellstrafe - voestalpine: "Waren involviert"
Sprecher: Betroffene Aufpreise und Zuschläge kommen seit
vielen Jahren nicht mehr zur Anwendung - "Einheitliches
Aufpreissystem" auf Kundenwunsch
Das deutsche Bundeskartellamt hat vier
Stahlfirmen wegen jahrelanger illegaler Preisabsprachen zu einer
Strafe von insgesamt 646 Mio. Euro verdonnert. 65,5 Mio. Euro davon
entfallen auf den oberösterreichischen Stahlkonzern voestalpine, wie
das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Die voestalpine
bestätigte, dass sie "in das dargelegte Verfahren involviert gewesen
ist".Der Linzer Konzern habe einem Vergleich mit den deutschen
Kartellwächtern mit einem Bußgeld in Höhe von 65,5 Mio. Euro
zugestimmt. Teil des "Quartoblechkartells" waren neben der
voestalpine die Dillinger Hüttenwerke, Ilsenburger Grobblech und
thyssenkrupp Steel Europe.
Die Ermittlungen des deutschen Kartellamts seien der voestalpine
im September 2017 infolge einer Hausdurchsuchung bekannt geworden.
Der Konzern hat die Ermittlungen des Bundeskartellamtes laut
Eigenangaben "von Beginn an unterstützt und vollinhaltlich
kooperiert".
Die Ursprünge der Geschehnisse lägen in der länger
zurückliegenden Vergangenheit und hätten bestimmte Aufpreise sowie
Legierungs- und Schrottzuschläge für den deutschlandweiten Vertrieb
von gewissen Produktgruppen von Quartoblechen - also Grobblechen,
die nicht als Warmband hergestellt werden, betroffen. Diese
Aufpreise und Zuschläge hätten "traditionell gemeinsam mit einem
stets kundenindividuell verhandelten Basispreis" einen Angebotspreis
ergeben.
"Bei voestalpine Grobblech kamen die betroffenen Aufpreise und
Zuschläge aufgrund einer Umstellung in der Preissystematik bereits
seit vielen Jahren nicht mehr zur Anwendung", so der Konzern in der
Stellungnahme. Zudem seien von der voestalpine Grobblech nie
Schrottzuschläge und nur in wenigen Einzelfällen Legierungszuschläge
angeboten worden. Das "einheitliche Aufpreissystem" habe in der
Vergangenheit "oftmals dem Wunsch der Kunden" entsprochen.
"Ehemalige sowie die aktuellen Mitglieder des Vorstandes der
voestalpine AG waren in diesen Sachverhalten weder involviert, noch
hatten sie darüber Kenntnis", betonte man seitens des Unternehmens.
Im Rahmen der Aufarbeitung des Sachverhalts habe die voestalpine
bereits alle Verbandsmitgliedschaften auf ein notwendiges Maß
reduziert und restriktive Regelungen für Teilnahmen an
Verbandssitzungen und -veranstaltungen festgelegt.
(Schluss) kre/tsk
ISIN AT0000937503
WEB http://www.voestalpine.com