voestalpine will in Steiermark mit Innovationen Kurzarbeit vorbeugen
Maßnahme für erstes Quartal 2020 nicht ausgeschlossen - Mit
"wartungsfreier Schiene" und Schweißgeräten neu am Markt
"Die Zahlen waren schon prickelnder", führte
voest-Vorstandsmitglied Franz Kainersdorfer Donnerstagabend in ein
Mediengespräch im Steirischen Presseclub ein. Weniger Umsatz und
Leiharbeiterabbau seien die Folge weltweiter Handelskonflikte und
des Konjunkturabschwungs. Mehrere österreichische Standorte sind von
Maßnahmen betroffen: Kurzarbeit sei noch kein Thema, aber für das
erste Quartal 2020 nicht ausgeschlossen.Vor allem im Bereich Automotive, der zuletzt rund ein Drittel zum
Umsatz und auch zum Ertrag des Konzerns beisteuerte, krankt es, wie
bereits am Mittwoch bei der Präsentation der Konzernzahlen
mitgeteilt wurde. Auswirkungen hat das auch auf die Steiermark, doch
da will man mit Innovationen neue Märkte erschließen: Die Strategie
sei der Weg vom Komponentenhersteller zum Gesamtsystemanbieter. Das
werde nun auf den Bahn- und den Schweißbereich umgelegt, so
Kainersdorfer.
Im Bereich Railway habe sich die Metal Engineering Division des
Konzerns mit Hauptsitz in Leoben-Donawitz als Marktführer für
Bahninfrastruktursysteme einschließlich digitaler Signaltechnik
etabliert. Neben den 120 Meter langen Schienen werden auch
Spezialweichen mit bis zu 40 Sensoren hergestellt, die
beispielsweise Hitze, Gewicht und Rundlauf prüfen.
Nach einem ersten Joint Venture in China 2007 ist nun auch ein
zweites mit einem weiteren Weichenwerk in China unter Dach und Fach,
so Kainersdorfer. Standort ist Ruzhour in der Provinz Henan und das
Ziel ist der Einstieg in den Nahverkehrsbereich in China. Allein in
den kommenden Jahren seien landesweit über 100 neue U-Bahn- und
Straßenbahnprojekte geplant. In Thailand wurde gerade erst ein
Großauftrag an Land gezogen: Das Nahverkehrsprojekt "Red Line"
umfasst ein Gesamtprojektvolumen von 23 Mio. Euro. 80 Prozent seien
von der voestalpine bereits ausgeliefert worden.
Ein neues Steckenpferd des Konzerns soll die "wartungsfreie
Schiene" werden: Jahrelange Entwicklung sei in sie geflossen und nun
gehe man damit auf den Markt. Das Besondere: Die sogenannten
Schienenköpfe der "340 Dobain HSH" bleiben praktisch rissfrei.
Die voestalpine Böhler Welding mit einer Produktion in Kapfenberg
will sich nun ebenfalls als Komplettanbieter für Schweißlösungen
etablieren. Neben Schweißzusätzen, Lotprodukten und Zubehör werden
nun auch Schweißgeräte hergestellt und zwar in Kooperation mit der
italienischen Selco aus Onara.
Trotz aller Innovationen dürfte das kommende Jahr herausfordernd
werden, weshalb Kurzarbeit nicht ausgeschlossen sei. Zudem werden in
den kommenden Wochen weiterhin Urlaubsabbau forciert und Schichten
reduziert. Bis Ende 2019 sei man noch "ordentlich ausgelastet", was
danach komme, sei noch schwer abzuschätzen, weil die Verhandlungen
noch geführt werden, so Kainersdorfer. Sollte es zu Kurzarbeit
kommen, könne damit aber weiterer Personalabbau verhindert werden.
(Schluss) kor/dru
ISIN AT0000937503
WEB http://www.voestalpine.com