Geldwäschevorwürfe gegen RBI - Strobl: Erwarten keine Strafe
"Überzeugt, dass wir kein strafbares Verhalten gesetzt haben"
- Task Force mit internen und externen Experten im Einsatz -
BILD GRAFIK
Raiffeisen ist zur Zeit in Berichten eines
internationalen Recherchenetzwerks erwähnt, das Spuren dubioser
Gelder aus Russland verfolgt. Darin wurden Geldwäschevorwürfe laut.
"Wir sind überzeugt, dass wir kein strafbares Verhalten gesetzt
haben", sagte dazu am Mittwoch RBI-Chef Johann Strobl bei seiner
Jahrespressekonferenz in Wien. "Deswegen erwarten wir auch keine
Strafe."Die Bank verfüge über sehr effiziente Systeme und "Filter", die
regelmäßig von internen und externen Stellen kontrolliert würden. Zu
einzelnen Kundenverbindungen und Transaktionen äußerte sich der
Vorstandsvorsitzende der börsennotierten Raiffeisen Bank
International mit Blick auf das Bankgeheimnis nicht. Es sei Standard
im Konzern, jedem Verdachtsmoment nachzugehen. Wenn eine Transaktion
auffällig sei, würden Plausibilisierungen erfolgen.
Aktuell sei eine bis zu 25-köpfige Task Force eingesetzt worden,
die vom Compliance-Chef der RBI geführt wird und unter Zuhilfenahme
externer Experten alle Vorwürfe prüfen soll. Dies werde zwei bis
drei Monate in Anspruch nehmen, schätzt Strobl. Kosten werde dies
einige hunderttausend Euro. Dabei würden auch neuerlich
Zahlungsströme - nach heutigen rechtlichen Standards - analysiert,
die früher schon geprüft worden seien.
Was bisher medial in Rede stehe, ordne man Bereichen zu, die
bereits früher untersucht wurden. Den Medienberichten habe man
entnommen, dass eine Anzeige gegen Unbekannt bei der
Staatsanwaltschaft vorliegt, und es scheine so, dass man in dieser
Anzeige auch genannt werde. Dazu habe man aber keine Akteneinsicht.
Von Journalisten habe man Material bekommen, so Strobl, da seien
auch Kontonummern und Kundennamen aufgelistet. "Nur das steht uns
zur Verfügung". Diesen Informationen gehe man nach und prüfe, welche
Transaktionen man mit diesen Kunden gehabt habe und wie diese aus
heutiger Sicht zu bewerten seien. Wenn neue Vorwürfe kämen, werde
man die in das Überprüfungsprogramm übernehmen.
Rückgestellt wurde für dieses Thema nichts, und auf Basis des
aktuellen Informationsstandes erwartet Finanzvorstand Martin Grüll
auch keine Belastungen.
In den Unterlagen des Netzwerks rund um Geldwäschevorwürfe u.a.
gegen eine einstige litauische Bank war neben etlichen anderen
europäischen Banken auch die ehemalige Raiffeisen Zentralbank (RZB,
mittlerweile mit der RBI fusioniert) genannt worden. Berichten des
Recherchenetzwerks OCCRP (Organised Crime and Corruption Reporting
Project) zufolge sollen von 2005 bis 2013 mindestens 630 Mio. Dollar
von Konten bei der ehemaligen litauischen Bank Ukio auf Konten von
Raiffeisen überwiesen worden sein. Die Berichte haben die Aktien der
genannten Bankinstitute nach unten getrieben.
(Schluss) rf/tsk
ISIN AT0000606306
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