Q4-Gewinn und Dividendenvorschlag
unter Erwartungen
Das Q4-Ergebnis der Raiffeisen Bank International (RBI) fiel schwächer aus
als von den Analysten prognostiziert. Das Konzernergebnis erreichte EUR
98 Mio. im Q4/18 und lag damit im Geschäftsjahr 2018 mit EUR 1.270 Mio.
um 14% über dem Vorjahreswert. Die Risikokosten im Q4/18 fielen deutlich
höher als erwartet aus, was größtenteils auf Einmaleffekte zurückzuführen
ist. Insgesamt verwies die RBI auf negative Sondereffekte in Höhe von EUR
159 Mio. aus der Verfeinerung der IFRS-9-Modelle sowie aus Vorsorgen für
andere außerordentliche Ereignisse und EUR 120 Mio. an Belastungen aus
dem Verkauf des polnischen Kernbankgeschäfts. Dieser Verkauf
(abgeschlossen im Q4) hatte allerdings einen positiven Effekt auf die
Kapitalquoten, die CET1 Ratio (fully loaded) stieg so von 12,7% im Vorjahr
auf 13,4% Ende 2018. Der Dividendenvorschlag 2018 liegt mit EUR 0,93 je
Aktie deutlich über der Ausschüttung im Vorjahr (EUR 0,62/Aktie).
Allerdings war die Markterwartung bei der Dividende noch höher.
Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr 2019 wurde noch kein Ausblick
veröffentlicht, der soll mit der Präsentation des Geschäftsberichts 2018 am
13. März bekanntgegeben werden. Auch wenn der Markt sich nach den Q4-
Zahlen enttäuscht gezeigt hat (Kursverluste gestern), werten wir das
Ergebnis 2018 besonders vor dem Hintergrund der negativen Sondereffekte
als positiv. Ausschlaggebend für die Gewinnsteigerung im Geschäftsjahr
waren die im Jahresvergleich deutlich geringeren Risikokosten. Die
Erhöhung des Zinsüberschusses (+4,2%) war eine erfreuliche Entwicklung.
Wir bleiben also bei unserer positiven Einschätzung und halten die RBI-Aktie auf dem derzeitigen Kursniveau weiterhin für unterbewertet.