Andritz droht 22-Mio.-Euro-Verwaltungsstrafe in Österreich
Verwaltungsstrafe wegen Arbeitsrechtsvergehen bei
Auftragsvergabe an Montagegesellschaft - Für Andritz war es
übliche Vergabe, für Behörde hingegen Arbeitskräfteüberlassung
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KORREKTUR-HINWEIS
In APA0284 vom 04.08.2017 muss es im zweiten Absatz, zweiter Satz,
richtig heißen: .... Montage-Auftragswert (nicht: Auftragswert) ...
Weiters der Folgesatz ersetzt werden: Der Konzern vergab den
Pauschalauftrag an eine Montagegesellschaft aus Kroatien, die für
den Auftrag rund 200 Arbeitskräfte beschäftigte. - Der Konzern hat
seine Angaben konkretisiert.
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Dem vierköpfigen Vorstand des steirischen
Maschinenbauers Andritz droht eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 22
Mio. Euro wegen Arbeitsrechtsvergehen. Andritz-Chef und
-Miteigentümer Wolfgang Leitner kritisiert gegenüber dem
"Ö1"-Mittagsjournal die Mehrfachbestrafung für ein und dieselbe
strittige Causa.
Im März 2014 beschädigte eine Explosion im Zellstoffwerk Pöls
einen Laugenkessel. Den Zuschlag für die Erneuerung erhielt Andritz,
der Montage-Auftragswert belief sich auf 7 Mio. Euro. Der Konzern
vergab den Pauschalauftrag an eine Montagegesellschaft aus Kroatien,
die für den Auftrag rund 200 Arbeitskräfte beschäftigte. Ende 2016
erhielten die vier Andritz-Vorstände eine Verwaltungsstrafe wegen
Verstoßes gegen das Arbeitsvertragsrechtsanpassungsgesetz und gegen
das Ausländerbeschäftigungsgesetz. Für Andritz sei die Montage eine
übliche Vergabe gewesen; gewertet worden sei die Beschäftigung
hingegen als Überlassung der Arbeitskräfte, so Leitner gegenüber
"Ö1".
Pro Monteur beträgt die Strafe 12.000 Euro. Zwei Vergehen
verdoppeln das Strafmaß - macht in Summe 22 Millionen Euro. Andritz
berief gegen den Bescheid. Die Mehrfachbestrafung wird von
Unternehmen seit langem kritisiert. In ihrem überarbeiteten
Arbeitsprogramm Ende Jänner 2017 hatte die Bundesregierung die
Sozialpartner beauftragt, bis 30. Juni eine Lösung zur Abschaffung
der Mehrfachbestrafung (Kumulationsprinzip) im Verwaltungsstrafrecht
auszuarbeiten. Die vorgezogenen Neuwahlen Mitte Oktober werden nun
wohl eine Einigung verhindern.
(Schluss) cri/ivn/cs
ISIN AT0000730007
WEB http://www.andritz.com