Deutscher Wohnungskonzern Vonovia will Wiener conwert übernehmen
Im Tausch gegen Vonovia-Aktien oder geringere Barzahlung -
Deal bis zu 2,9 Mrd. Euro wert - Großaktionär Adler hat
bereits zugesagt - Rasinger: "Angebot ist interessant und
attraktiv" - GRAFIK
Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia,
die frühere Annington, will den börsenotierten österreichischen
Immobilienkonzern conwert Immobilen Invest SE übernehmen. Vonovia
bietet den conwert-Aktionären wahlweise eigene Aktien oder eine
geringere Barabfindung. Vonovia will sich den Deal bis zu 2,9 Mrd.
Euro kosten lassen.Den conwert-Aktionären werden 74 Vonovia-Aktien für jeweils 149
conwert-Titel angeboten. Das entspricht einem Gegenwert von 17,58
Euro je conwert-Aktie. Alternativ plant Vonovia den
conwert-Aktionären eine in Österreich verpflichtende Barzahlung von
16,16 Euro je Aktie anzubieten, teilte Vonovia am Montag mit.
Das Übernahmeangebot sei "interessant und attraktiv - aus
heutiger Sicht", sagte Anlegerschützer Wilhelm Rasinger in einer
ersten Reaktion zur APA. Die Umsetzung werde ja noch einige Wochen
dauern. "Ich glaube, dass Vonovia ein solider, professioneller,
berechenbarer Kernaktionär sein wird."
Die meisten der 24.500 conwert-Wohnungen liegen in Deutschland.
Die Integration in die 340.000 Vonovia-Wohnungen soll Synergien von
mindestens 7 Mio. Euro im Jahr bringen, zur Gänze realisiert bis
2018.
Rund 26 Prozent an conwert hat Vonovia schon sicher: Großaktionär
Adler Real Estate hatte das Aktienpaket zusammengekauft und will es
nun im Austausch für Vonovia-Aktien andienen. Die Übernahme wird nur
vollzogen, wenn Vonovia am Ende auf über 50 Prozent an conwert
kommt. Die Angebotsunterlage für das Offert solle voraussichtlich am
17. November veröffentlicht werden. Conwert solle weiter die
Zentrale in Wien haben und hier an der Börse gelistet bleiben.
Conwert ist im ATX enthalten, Vonovia ist seit September 2015 im
DAX.
Vonovia-Chef Rolf Buch zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass
das Übernahmeangebot auch erfolgreich sein wird. "Da das Angebot vom
Großaktionär Adler unterstützt wird, ist die Wahrscheinlichkeit,
dass es mehr als 50 Prozent annehmen wird, hoch", sagte Buch in
einer Telefonkonferenz.
Die Verpflichtung von Adler, das Angebot anzunehmen, sei auch
eine Absicherung gegen ein höheres Angebot, bestätigte Buch. Nicht
spekulieren wollte Buch darüber, ob mittel- oder langfristig auch
jenen conwert-Aktionären, die das Angebot nicht annehmen, ein
neuerliches Angebot gemacht werde.
Die rund 2.400 conwert-Wohnungen in Wien seien eine
"interessante" Ergänzung. Die meisten Wohnungen - rund 24.500 - hat
conwert allerdings in Deutschland. Wie mit den Wiener Beständen
weiter umgegangen werde, liege am lokalen Management. Es gebe keine
Akquisitionsstrategie für Wien oder Österreich.
Ohne der gesetzlichen Prüfung des Angebots durch die
Übernahmekommission vorgreifen zu wollen, erachte er das jetzige
Angebot, das vor allem ein Tauschangebot sei, aus heutiger Sicht als
"sehr attraktiv", so conwert-Aktionär und Verwaltungsratschef
Alexander Proschofsky weiter. Conwert sei kein reiner
Wohnungskonzern, es gebe noch einen Teil Gewerbeimmobilien. Deshalb
seien keine höheren Aufschläge gerechtfertigt. Dieser rund 600 Mio.
Euro schwere Teil werde auf absehbare Zeit nicht mehr Teil der
conwert sein, meinte Buch.
Großer Gewinner der Transaktion ist Adler. Die Transaktion werde
einen Nettogewinn von 101 Mio. Euro ergeben bzw. von 3,86 Euro je
Aktie. Der Buchgewinn werde bei 1,30 Euro je Aktie bzw. 34 Mio. Euro
liegen.
( 1000-16, Format 88 x 57 mm)
(Schluss) ggr/cam
ISIN AT0000697750 DE000A1ML7J1
WEB http://www.conwert.at
http://www.deutsche-annington.de