Raiffeisen Bank International - Brexit sorgt für Unsicherheit, Österreich dürfte wenig betroffen sein

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Brexit sorgt für Unsicherheit, Österreich dürfte wenig betroffen sein


Brexit-Votum überraschte Finanzmärkte, Zukunft steht weiter offen - Währungen litten besonders, Anleihen- und Aktienmärkte weniger



Noch knapp vor dem Brexit-Votum hielten Buchmacher und Wettquoten den mehrheitlichen Wunsch eines EU-Austritts für sehr unwahrscheinlich. Dass Großbritannien doch aus der EU aussteigen will, traf die Finanzmärkte sehr unerwartet und hart. Währungen schwanken seither heftig, Anleihen- und Aktienmärkte unterschiedlich. Die Achterbahn wird in den nächsten Monaten weitergehen, erwarten RBI-Analysten.
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Hoch 44,74 Tief 43,26 Vortag 44,40

Wie die wirtschaftliche Zukunft Großbritanniens aussieht, wisse derzeit niemand. Auch Europas Zukunft sei ungewiss. Die Unsicherheit in den Finanzmärkten, die es seit dem starken Medienrummel um einen möglichen Brexit gibt, wird es auch noch in den nächsten Monaten geben, waren sich Peter Brezinscheck, RBI-Chefanalyst und Stefan Maxian, RCB-Chefanalyst, bei einer Pressekonferenz heute, Freitag einig. Die Talfahrt der europäischen Wirtschaft wurde durch den Katalysator Brexit nur beschleunigt, so Maxian. Die ohnedies nicht sonderlich hohen BIP-Wachstumsraten in der EU mussten nach dem Brexit-Votum weiter gesenkt werden.

Der Brexit dürfte geringe Auswirkungen auf Österreichs Wirtschaft haben, erwartet Brezinscheck. Nur 3,2 Prozent der österreichischen Exporte gingen 2015 nach Großbritannien. Allerdings schien diese Beziehung ein wachsendes Potenzial zu haben: 2015 wuchsen die Exporte auf die Insel um 6,0 Prozent im Vergleich zu 2014 während die gesamten Exporte nur um 2,7 Prozent anstiegen.

Österreich profitiert von den Geschäften mit osteuropäischen Staaten. Die österreichische Wirtschaft hat daher ein großes Interesse an einem starken Wirtschaftswachstum der zentral- und osteuropäischen Staaten. Diese würden eher die politischen als die wirtschaftlichen Konsequenzen des Brexits mitbekommen, so Brezinscheck. Der polnische Zloty und das ungarische Forint werden, laut den zwei Chefanalysten, kurzfristig am ehesten unter dem Brexit leiden. Zudem würden die osteuropäischen Länder als Nettoempfänger mittelfristig den EU-Austritt des Nettozahlers Großbritannien spüren.

Was sich in den europäischen Finanzmärkten in nächster Zeit tun wird, hänge neben dem Brexit auch von den Ergebnissen des Bankenstresstests der EBA, die am 29. Juli 2016 bekannt gegeben werden, ab, so Brezinscheck.

(Schluss) fpr/tsk

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