RBI-Aktionäre sehen Fusionspläne mit RZB kritisch
Aktionäre fordern mehr Details zu Fusionsplänen - Bankchef
Sevelda will bis September über Fusion entscheiden -
Anteilseigner sollen in Sonderversammlung über Fusion
abstimmen
Die Fusionspläne der Raiffeisen
International (RBI) mit ihrer Mutter Raiffeisen Zentralbank (RZB)
stoßen bei den RBI-Aktionären auf Skepsis. Die Anteilseigner
forderten den Vorstand auf der Hauptversammlung des Instituts am
Donnerstag auf, die Vorteile einer möglichen Verschmelzung zu
erklären und Details offenzulegen. Konkrete Antworten erhielten sie
vorerst aber nicht."Es liegen nach wie vor keine Organbeschlüsse vor", sagte
Bankchef Karl Sevelda und bat die Aktionäre um Geduld. Seit einigen
Wochen laufe eine intensive Prüfungsphase, die laut Sevelda bis
September abgeschlossen sein soll. Das klare Ziel sei, den Wert der
RBI für die Aktionäre zu steigern, versuchte Sevelda Bedenken zu
zerstreuen.
Anteilseigner kritisierten, dass die RBI die Fusion gar nicht
brauche und vor allem die Mutter RZB von einer Fusion profitieren
würde. Sevelda wies dies zurück, da die RBI schon jetzt Teil der
RZB-Gruppe sei. "So gesehen ist das, was der RZB zugutekommt, eine
Verbesserung der Kapitalquote, natürlich auch zu unserem Vorteil",
sagte Sevelda.
Die RBI hatte Mitte Mai öffentlich gemacht, dass sie eine Fusion
mit ihrer Mutter RZB prüft. Nach Ansicht der RBI würde ein
Zusammenschluss zu mehr Transparenz, einer effizienteren
Kapitalplanung und einer besseren Kapitalisierung der
Kreditinstitute führen. Als weitere Vorteile nannte Sevelda ein
ausgewogenes Geschäftsmodell, schnellere Entscheidungen und eine
einfachere Kommunikation mit der Aufsicht. Die in Osteuropa aktive
RBI gehört zu gut 60 Prozent dem Spitzeninstitut RZB, das wiederum
in Besitz der Raiffeisen Landesbanken steht.
Details zur geplanten Fusion ließ Sevelda offen. Der RBI-Chef
verriet vorerst nur, dass es sich um eine Integration der RZB in die
RBI handelt. An der Börsenotiz der RBI sowie an ihrem
Osteuropa-Fokus würde sich nichts ändern. Technisch gesehen könnte
die Fusion über eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der
Bezugsrechte ablaufen. Die Altaktionäre der RZB würden ihre
RZB-Aktien in RBI-Aktien tauschen. Offen sei derzeit noch das
Umtauschverhältnis. Maßgeblich sei dafür die Ermittlung der
Unternehmenswerte von RZB und RBI. Sollten die Gremien der Banken zu
dem Entschluss kommen, dass eine Verschmelzung im Interesse beider
Unternehmen sei, müssen die Aktionäre in einer außerordentlichen
Hauptversammlung - voraussichtlich um den Jahreswechsel - darüber
entscheiden.
(Schluss) ivn/cs
ISIN AT0000606306
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