Polens Staatsbank PKO will angeblich für polnische RBI-Tochter bieten
Frist für unverbindliche Angebote für Polbank endet am 30.
Juni - PKO hatte Interesse an Übernahme heimischer
Konkurrenten bisher dementiert
Die staatliche PKO Bank Polski SA, das größte
Kreditinstitut Polens, könnte die RBI-Tocher Polbank übernehmen. PKO
plane ein unverbindliches Angebot für die Polbank, berichtete die
Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Frist für unverbindliche Angebote
endet am 30. Juni, für verbindliche Offerte haben die Interessenten
Zeit bis Anfang September.Zwischen den polnischen Assets der Raiffeisen Bank International
(RBI) und dem bestehenden Geschäft der PKO gebe es kaum
Überschneidungen, zitierte Bloomberg eine "mit dem Prozess vertraute
Person", die namentlich nicht genannt werden wollte. Beide Banken
lehnten es gegenüber "Bloomberg" ab, den Verkaufsprozess und
mögliche Bieter zu kommentieren.
Die polnische Regierung habe ihrem Bankensektor im vergangenen
Jahr die höchste Steuerlast für die Branche in der EU aufgebürdet,
heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus werde derzeit über einen
teuren Rettungsplan für Devisenkreditnehmer diskutiert.
Die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), die im
vergangenen Jahr zwei Wahlen gewonnen hat, nachdem sie mehr
staatliche Kontrolle über die Wirtschaft versprochen hatte, will
auch die Banken "re-polonisieren".
Die Nachricht über das Interesse der PKO an der Polbank komme
überraschend, zitiert Bloomberg den Analysten Dariusz Gorski von der
Bank Zachodni WBK. Bisher habe PKO erklärt, keine heimischen
Kreditinstitute übernehmen zu wollen. Am Montag erklärte PKO-Chef
Zbigniew Jagiello, seine Bank sei nun bereit, lokale Konkurrenten zu
kaufen - konkrete Übernahmeziele nannte er aber nicht. Die
RBI-Tochter Polbank könnte mehr als 3 Mrd. Zloty (über 677 Mio.
Euro) wert sein, schätzt Gorski. Möglicherweise würde die PKO dafür
eine Kapitalerhöhung brauchen.
(Schluss) ivn/itz
ISIN AT0000606306 PLPKO0000016
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