RBI/RZB Fusion geplant, Anleger reagieren nervös
Die Raiffeisen Bank Int. (RBI) gab am Dienstag neben dem Q1-Ergebnis überraschend bekannt, eine Fusion mit ihrer Mutter, der Raiffeisen Zentralbank (RZB), zu prüfen. Mit dieser Zusammenführung sollen die Konzernstruktur vereinfacht und die Gruppe an die erhöhten regulatorischen Anforderungen angepasst werden. Umsetzungsbeschlüsse könnten noch 2016 gefasst werden. Das Q1-Ergebnis war etwas enttäuschend, das Konzernergebnis lag mit EUR 114 Mio. unter unserer Erwartung. Der Zinsüberschuss ging gegenüber dem Q1 im Vorjahr um 13% zurück. Rückläufige Volumina sowie eine geringere Nettozinsspanne aufgrund des Niedrigzinsumfelds waren für diese Entwicklung hauptverantwortlich. Für eine positive Überraschung sorgte der sehr deutliche Rückgang der Risikokosten. Die Kapitalquoten blieben gegenüber dem Vorquartal fast unverändert, während sich die NPL Ratio (Quote notleidender Kredite) von 11,9% im Vorquartal auf 11,5% im Q1 verbessert hatte.
Ausblick Für das laufende GJ 2016 geht das RBI-Management weiterhin von geringeren Risikokosten und Verwaltungsaufwendungen als in der Vorperiode aus. Vom sehr niedrigen Niveau im Q1 sollen die Risikokosten im Verlauf des Jahres jedoch wieder steigen. Die Reaktion des Marktes auf die Fusionspläne war deutlich negativ, die Aktie hat in den zwei Handelstagen nach der Ankündigung um etwa 15% nachgegeben. Investoren befürchten in der Fusion nachteilig behandelt zu werden. Wir betrachten die Marktreaktion als übertrieben und bleiben daher bei unserer positiven Einschätzung. Wir denken, dass die Aktie besonders für mittel- bis langfristig orientierte Anleger interessant ist.