Privatsender prüfen rechtliche Schritte gegen A1 Now
VÖP-Chefin: "Müssen dagegen vorgehen" - Mehrere Möglichkeiten,
Entscheidung noch nicht gefallen
Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP)
prüft rechtliche Schritte gegen A1 Now. Das neue Streamingangebot
der Telekom Austria verstößt womöglich gegen das Urheberrecht. "Es
gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Entscheidung ist noch nicht
gefallen", sagte VÖP-Chefin Corinna Drumm zur APA. Vorgehen müssten
jedenfalls die einzelnen TV-Sender. Innerhalb des VÖP gebe es
derzeit Gespräche dazu.Laut Drumm ist das Thema "juristisch komplex" und betreffe
mehrere Teilbereiche des Produktes. "Höchstproblematisch" sei die
Funktion "Cloud Recorder", mit der A1 alle 41 angebotenen
TV-Programme sieben Tage lang zentral speichert und den Kunden zum
Abruf bereitstellt. "Es geht dabei auch um Inhalte, die wir selbst
einkaufen und uns verpflichten, sie nur in einer bestimmten Form zu
verbreiten", erklärte Drumm. Es stelle sich daher die Frage, ob man
A1 Now überhaupt zulassen dürfe.
In einem Punkt hat A1 aber eingelenkt: Das Angebot steht vorerst
nur ausgewählten A1-Kunden zur Verfügung, und nicht allen
Internetusern unabhängig vom Provider. Damit sei zumindest das
Live-Streaming von der Kabelnetzweiterleitung abgedeckt, so Drumm.
Generell sei an A1 Now aber problematisch, wenn "unsere Werke
vermarktet werden, ohne dass wir davon etwas haben", sagte Drumm.
Das könne nicht funktionieren und sei auch zum Nachteil der
Konsumenten, weil es dazu führe, dass die TV-Sender das Angebot
einschränken müssen. "Allein aus dem Grund müssen wir dagegen
vorgehen", unterstrich die VÖP-Chefin.
(Schluss) pro/bru/snu
ISIN AT0000720008
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