Verbund zieht sich vom geplanten Murkraftwerk Graz-Puntigam zurück
Sprecherin: Investitionsklima angesichts der niedrigen
Strompreise angespannt - Partner Energie Steiermark will neue
Situation erst bewerten
Der Verbund als 50-Prozent-Partner der Energie
Steiermark zieht sich beim Murkraftwerk in Graz-Puntigam zurück.
Grund sei das schwierige Marktumfeld, bestätigte der Konzern einen
Bericht der "Kleinen Zeitung". Das Investitionsklima sei mit den
niedrigen Börse-Strompreisen angespannt. Seitens des steirischen
Landesenergieversorgers hieß es am Dienstag, die neue Situation sei
erst zu bewerten."Mit den jetzigen niedrigen Stromgroßhandelspreisen geht sich
eine solche Investition nicht aus. Derzeit ist es definitiv nicht
möglich, in ein neues Vorhaben hineinzugehen", so die Sprecherin am
Dienstag zur APA: "Ja, der Verbund ist ausgestiegen aus dem Grazer
Projekt." Der Verbund bestreitet in dem Zeitungsbericht, dass der
Ausstieg von der gemeinsam geplanten und in Graz umstrittenen
Staustufe etwas mit den Unstimmigkeiten rund um das Gaskraftwerk
Mellach zu tun hat.
Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris sagte auf
APA-Anfrage: "Für das Projekt Wasserkraftwerk Graz ergibt sich durch
den Ausstieg des Verbund für die Energie Steiermark natürlich eine
völlig neue Situation, die nun im Detail zu bewerten ist. Dabei
werden wir insbesondere auch die mittelfristigen Veränderungen des
Marktumfeldes berücksichtigen. In den kommenden Wochen werden alle
Fragen der Wirtschaftlichkeit und Risikobeschränkung erneut einer
genauen Analyse unterzogen."
Seit 2013 ist das Kraftwerk rechtskräftig bewilligt, einem Bau
steht derzeit rechtlich wenig im Wege. Erst am Montag haben
Enteignungsverfahren im Zusammenhang mit dem Bau des Kraftwerks
begonnen, wobei es aber um vergleichsweise wenige 100 Quadratmeter
geht. Offen ist nun aber, ob das Projekt überhaupt realisiert wird.
(Schluss) kor/sp
ISIN AT0000746409
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