RBI bestätigt Protest in Filiale in Moskau - Betrieb blieb aufrecht
RBI: Nur 1.500 von insgesamt 3 Millionen Retail-Kunden in
Russland von Fremdwährungskrediten betroffen
Die Raiffeisen Bank International AG (RBI)
hat am Mittwoch gegenüber der APA die Protestaktion von
aufgebrachten Fremdwährungskreditnehmern in einer
Raiffeisen-Bankfiliale in Moskau am Dienstag bestätigt. "Es waren
nur 30 Personen in der Filiale", sagte RBI-Sprecherin Ingrid
Krenn-Ditz. "Der Geschäftsbetrieb war immer aufrecht, gelegentlich
gab es Sprechchöre und Flugblattverteilungen".Die RBI-Sprecherin betonte, dass das Problem mit
Fremdwährungskrediten bei Raiffeisen in Russland sehr klein sei. Von
drei Millionen Raiffeisen-Retail-Kunden in Russland seien nur 1.500
betroffen. "Das ist in Russland überhaupt kein Thema", meinte
Krenn-Ditz.
Einige Dutzend Fremdwährungskreditnehmer hatten am Dienstag
Räumlichkeiten von Raiffeisen im Zentrum Moskaus gestürmt, um auf
ihre Probleme bei der Rückzahlung von Dollar- und Eurokrediten
aufmerksam zu machen und die Bank zu Zugeständnissen zu bewegen, wie
der russische Fernsehsender "Doschd" berichtete. Bereits vergangene
Woche hatten Fremdwährungskreditnehmer in der russischen
DeltaKredit-Bank für ihre Anliegen demonstriert, in dieser Woche
sind laut russischen Medienberichten Demonstrationen in etwa zehn
weiteren Banken in Moskau geplant.
Vor dem Hintergrund der Proteste hatte laut Wirtschaftszeitung
"Wedomosti" (Montagausgabe) die russische Sowkombank beschlossen,
bis Ende 2016 ihren Kunden Rückzahlungen von Dollarkrediten zu einem
Wechselkurs von 60 Rubel/Dollar anzubieten. Der offizielle
Dollarwechselkurs der Russischen Zentralbank lag am Dienstag mit
77,8 Rubel deutlich höher.
Kredite in Dollar oder Euro, die in Russland traditionell
deutlich geringere Kreditzinsen als Rubelkredite aufwiesen, haben
sich für Russen mit stagnierenden Rubeleinkünften in den vergangenen
zwei Jahren massiv verteuert. Der Rubel hat seit Anfang 2014 und dem
Beginn der russischen Konfrontation mit der Ukraine im Verhältnis
zum Dollar oder Euro rund die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Einige
Banken hatten bereits im Frühjahr 2014 die Ausgabe von Dollar- oder
Euro-Krediten an Privatpersonen eingestellt, im vergangenen Dezember
verfügte die Russische Zentralbank auch Einschränkungen für
Firmenkredite in Fremdwährungen. Auf der Homepage der russischen
Raiffeisen-Tochter werden Privatkunden derzeit ausschließlich
Rubelkredite mit jährlichen Zinsen zwischen 17,9 und 27,9 Prozent
angeboten.
(Schluss) gru/hgh/tsk
ISIN AT0000606306
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