conwert - Streit um Verwaltungsrat endgültig beigelegt
Anerkennungsurteil des Handelsgerichts liegt vor -
Verleumdungsklage gegen Petrus Advisors und Klaus Umek
zurückgezogen
An der Spitze des Immobilienkonzerns conwert kann
nun Ruhe einziehen. Der Anfechtungsstreit zwischen dem Investor
Alexander Proschofsky und dem Unternehmen um die Hauptversammlung
vom Mai 2014 ist per heute, Mittwoch, auch formell endgültig
beigelegt. Das Anerkennungsurteil des Handelsgerichts Wien liege vor
und sei wegen beidseitigen Rechtsmittelverzichts sofort
rechtskräftig, teilte conwert mit.Weiters habe das Unternehmen die Verleumdungsklage gegen die
Großaktionärsgruppe Petrus Advisors LLP und den
conwert-Miteigentümer Klaus Umek zurückgezogen.
Die Entscheidung, die Streitigkeiten mit Aktionären zu beenden,
beruhe "neben der Würdigung der Chancen, Risiken und Kosten auf
Seiten von conwert" auch auf der strategischen Entscheidung des
Verwaltungsrates, "im Interesse aller Aktionäre" Rechtssicherheit
herbeizuführen und sich ganz auf die operative Entwicklung zu
konzentrieren.
Neu in den Verwaltungsrat ziehe nun Erich Kandler als
Minderheitsvertreter und viertes Mitglied ein. Proschofsky, Hohlbein
und Barry Gilbertson (Aufsichtsratschef) sind darin bereits
vertreten. Die Höchstzahl der Verwaltungsratsmitglieder werde wieder
auf fünf erhöht, gab conwert bekannt. Die Wahl des fünften Mitglieds
erfolge "spätestens mit der nächsten ordentlichen Hauptversammlung"
am 28. Juni 2016.
Blick zurück in die Vergangenheit: Proschofsky wollte sich 2014
gemeinsam mit dem deutschen Immobilienmanager Peter Hohlbein in den
Verwaltungsrat der conwert wählen lassen, wurde aber ausgebremst.
Der deutschen Investorenfamilie um Karl Ehlerding waren unmittelbar
vor der entsprechenden Hauptversammlung die Stimmrechte entzogen
worden. In den Verwaltungsrat wurden dann Martina Postl und
Alexander Schoeller gewählt, die zum Dunstkreis des ehemaligen
conwert-Großinvestors und Ex-Strabag-Chefs Hans Peter Haselsteiner
gehörten, ihre Funktionen aber per Mitte November 2015 schon wieder
zurückgelegt haben.
Gegen den Hauptversammlungsbeschluss aus dem Jahr 2014 hatte
Proschofsky eine Anfechtungsklage eingebracht. Heuer im März bekam
der rebellische Investor von der Übernahmekommission recht, die das
Handelsgericht angerufen hatte. Anfang Oktober entschied auch der
Oberste Gerichtshof im Sinne Proschofskys und Mitte Oktober stimmte
conwert der Beendigung des Verfahrens durch Anerkennung zu.
(Forts. mögl.) kre/ggr
ISIN AT0000697750
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ISIN AT0000720008
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