Streit um conwert-Verwaltungsrat beigelegt - Proschofsky zieht ein
Nach OGH-Spruch zugunsten von "Börsenrebell" stimmte
Immobilienfirma Beendigung von HV-Anfechtungsverfahren zu
Triumph für Alexander Proschofsky: Nach langem
Rechtsstreit darf der rebellische Börseninvestor in Kürze in den
Verwaltungsrat des Immobilienkonzerns conwert einziehen. Anfang
Oktober hatte er im Anfechtungsstreit um die Hauptversammlung vom
Mai 2014 vom Obersten Gerichtshof (OGH) Recht bekommen. Am Dienstag
stimmte schließlich das Unternehmen der Beendigung des Verfahrens
durch Anerkennung zu.Das zuständige Handelsgericht Wien (HG) muss nun ein sogenanntes
Anerkenntnisurteil ausfertigen. conwert gehe davon aus, dass dieses
Anfang November vorliegt, wie das Unternehmen am Abend mitteilte.
Mit Wirksamkeit des Urteils werden Proschofsky sowie der Berliner
Immobilienmanager Peter Hohlbein in Verwaltungsrat von conwert
einziehen. Gleichzeitig werden Martina Postl und Alexander Schoeller
aus dem Gremium ausscheiden.
Proschofsky wollte sich Mitte des vorigen Jahres gemeinsam mit
Hohlbein in den conwert-Verwaltungsrat wählen lassen, um den
Einfluss von Großaktionär Hans Peter Haselsteiner zu begrenzen.
Haselsteiner hat sein 24,8-prozentiges Aktienpaket später an den
israelischen Milliardär Teddy Sagi verkauft, der dieses im August an
den deutschen Wohnkonzern Adler Real Estate weitergereicht hat.
Ursprünglich wollte Haselsteiner seine Anteilsscheine an die
Deutsche Wohnen abgeben, die geplante Übernahme platzte jedoch im
April.
Bei der Hauptversammlung im Mai 2014 scheiterte Proschofsky
knapp, weil Stunden davor Millionen Stimmrechte der deutschen
Investorenfamilie um Karl Ehlerding ausgeschlossen worden waren. In
der Folge wurden dann Schoeller und Postl in den Verwaltungsrat
gewählt, die im Einflussbereich von Haselsteiner gestanden sein
sollen. Ehlerding hatte seine Stimmrechte Proschofsky zugesichert.
Proschofsky, der über seine Firma Cube Invest an der conwert
beteiligt ist, brachte gegen den HV-Beschluss eine Anfechtungsklage
ein. Dieser Streit soll nun beigelegt werden.
Das Handelsgericht hatte in der Sache die Übernahmekommission
angerufen, die Proschofsky im heurigen März recht gegeben hat. Dem
Beschluss zufolge war der Ausschluss der Ehlerding-Stimmrechte wegen
von conwert behaupteten gemeinsamen Vorgehens mit
Familienmitgliedern nicht richtig. conwert legte dagegen Rekurs beim
Obersten Gerichtshof (OGH) ein, blitzte damit aber Anfang Oktober
ab.
Vergangene Woche hat conwert bereits angekündigt, dass Postl,
Schoeller sowie Phillip Burns ihre Funktionen im Verwaltungsrat per
17. November "aus persönlichen Gründen" zurücklegen. Vorsitzender
des Kontrollgremiums bleibt damit Barry Gilbertson.
Für Proschofsky steht mit der heutigen "Anerkennung unserer
Anfechtungsklage fest, dass der von Kerstin Gelbmann vorgenommene
Entzug des Stimmrechts für die Familie Ehlerding in der ordentlichen
Hauptversammlung 2014 rechtswidrig und willkürlich war und eine
unverantwortliche und inakzeptable Handlung darstellt, die zum
Schaden der Gesellschaft und ihrer Aktionäre erfolgte", wie er
gegenüber der APA meinte.
Laut Proschofskys Angaben erfolgt die Bestellung von ihm und
Hohlbein als conwert-Verwaltungsräte rückwirkend per 8. Mai 2014.
Ob die Rechtsstreitigkeiten weitergehen könnten? "Wir werden den
Blick nach vorne richten und bekräftigen den Arbeitsauftrag an das
operative Managementteam bestehend aus den beiden Geschäftsführenden
Direktoren Wolfgang Beck und Thomas Doll", so Proschofsky.
(Forts. mögl.) snu/cri
ISIN AT0000697750
WEB http://www.conwert.at
ISIN AT0000743059 AT0000APOST4 AT0000720008
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