Mehr Stromspeicher würden Energiewende billiger machen
Dann wären weniger thermische Kraftwerke nötig - Auch Aufwand
für Abregelung von Windstrom-Überschuss würde sich reduzieren
- Younicos: Österreich mit viel Pumpspeichern in glücklicher
Lage
Mit Mega-Batterien zum Stromspeichern könnten
die Kosten der Energiewende stark gesenkt werden. Darauf verwies am
Donnerstag der deutsche Energieexperte Clemens Triebel bei der
"energy 2050"-Tagung des Verbund in Fuschl. Bei ausreichend
Speichermöglichkeit lasse sich die thermische
Mindest-Kraftwerksleistung reduzieren, zudem sei weniger Abregelung
von Überschuss-Strom etwa aus Windkraft nötig.Jährlich entstehe in Deutschland durch zu viel Must-Run-Kapazität
an kalorischen Anlagen und abgeregeltem Strom etwa aus Windkraft,
der aber trotzdem bezahlt werden müsse, ein volkswirtschaftlicher
Schaden von 1 bis 3 Mrd. Euro, rechnete der Mitbegründer der auf
Stromspeicher-Lösungen spezialisierten deutschen Younicos AG vor.
Für 1,5 Mrd. Euro ließe sich aber eine 1 Gigawatt (GW) große
Batteriekapazität errichten, die dann 20 Jahre lang laufen könne -
von der Größe her 50 Sporthallen verteilt auf ganz Deutschland.
Österreich sei in der glücklichen Lage, dass es viel
Pumpspeicher-Kapazität habe, "aber wir killen euch den Peak mit
unserer Windkraft", meinte der Experte zum Preisgefüge. Die
sogenannte Must-Run-Kapazität, also die Mindestleistung an
kalorischen Kraftwerken zur Absicherung der Versorgungssicherheit
trotz volatiler sonstiger Erzeugung, bezifferte er für Deutschland
mit 25 bis 30 GW. Durch mehr Stromspeicher-Lösungen ließen sich etwa
Braunkohleanlagen zurückfahren.
Das "alte" 20-20-20-Ziel der EU lasse sich in Bezug auf die
Renewables wohl nicht erreichen, meinte Triebel, Chief Visionary
Officer von Younicos, da man hier in Europa erst bei 8 Prozent stehe
und die fehlenden 12 Prozent in den nächsten fünf Jahren nicht
schaffen könne. Österreich bescheinigte der deutsche Experte, dass
hier die Anteil an Erneuerbaren höher als in Deutschland ist - und
damit auch die CO2-Bilanz besser.
Technisch könne man mit einem Batterien-Ausbau wohl auf 65
Prozent Erneuerbaren-Anteil kommen. Als Speicherdauer reichten meist
drei Stunden aus, die Batterien müssten in der Praxis also nicht zum
Beispiel für eine ganze Nacht Strom speichern können. Es blieben
dann noch 35 Prozent als restlicher Fossilenergie-Anteil - der könne
aber mit Zukunftslösungen wie Wasserstoff-, Methan- und
Power-to-Gas-Technologien noch weiter gesenkt werden.
(Schluss) sp/tsk
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