Conwert drehte im Halbjahr 2015 ins Plus - Weniger Mieteinnahmen
Immobilienkonzern war deutlich profitabler unterwegs und
rechnet für das Gesamtjahr mit besserem operativem Ergebnis
Der stark in Deutschland engagierte börsennotierte
Immobilienkonzern Conwert war im ersten Halbjahr 2015 profitabler
unterwegs und hat wieder schwarze Zahlen geschrieben. Nach einem
Verlust von 23,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode gab es einen
Gewinn von 24,5 Mio. Euro. Die Mieterlöse sind wegen Verkäufen um
6,4 Prozent auf 113,5 Mio. Euro gesunken. Die Guidance für das
Gesamtjahr wurde erhöht.Aufgrund höherer operativer Effizienz und gesunkener
Finanzierungskosten rechnet das Conwert-Management für 2015 nun mit
einem operativen Ergebnis (FFO I) von 48 Mio. Euro (+20 Prozent).
2014 waren es 34,8 Mio. Euro gewesen.
In den ersten sechs Monaten 2015 hat Conwert mit 74,6 Mio. Euro
ein Nettoergebnis aus Vermietung auf Vorjahresniveau erzielt (+0,3
Prozent). "Der Anstieg beruht auf einer deutlich erhöhten Effizienz
im operativen Geschäft", teilte das Unternehmen mit. Das Ergebnis
vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 8 Prozent
auf 59,2 Mio. Euro, das Ebit um knapp 31 Prozent auf 61,5 Mio. Euro
und der FFO I um zwei Drittel auf 25,7 Mio. Euro.
Immer noch tiefrot war das Finanzergebnis, das sich auf -32,3
Mio. Euro belief. In der Vorjahresperiode war das Minus wegen
Swap-Geschäften aber mit -73,1 Mio. Euro deutlich stärker im Minus
gelegen.
Conwert ist seit einigen Monaten dabei, sein Portfolio massiv zu
bereinigen. Von Gewerbeimmobilien will sich der Konzern trennen und
sich dafür auf Wohnungen in Deutschland und Österreich
konzentrieren. Im ersten Halbjahr stiegen die Verkaufsumsätze stark
auf 92,5 Mio. (36,3 Mio.) Euro, davon entfielen 55 Mio. Euro auf
Gewerbeimmobilien.
Für das Gesamtjahr 2015 geht das Management von Verkaufserlösen
bei den Gewerbeimmobilien in Höhe von 150 bis 200 Mio. Euro aus.
Auch für 2016 erwartet Conwert ähnlich hohe Verkaufserlöse.
Allerdings dürfte das Nettoergebnis aus Vermietung (NRI) etwas
zurückgehen - in der Pflichtmitteilung war von einem
"voraussichtlich leicht senkenden Effekt" durch Verkäufe die Rede.
Finanzvorstand Thomas Doll, der Conwert derzeit leitet - der
Deutsche Wolfgang Beck tritt seinen CEO-Posten am 1. September an -
will die Leerstandsquote im Gesamtjahr 2015 auf unter 8 Prozent
bringen - bei gleichzeitigen Einsparungen auf der Aufwandsseite, wie
er erklärte.
Conwert ist seit Kurzem zu einem Gutteil in deutscher Hand. Mitte
August bekam der börsennotierte österreichische Konzern mit dem
deutschen Unternehmen Adler Real Estate einen neuen Großaktionär.
Adler kaufte für 285 Mio. Euro ein knapp 25-prozentiges Aktienpaket
des israelischen Milliardärs Teddy Sagi. Das Paket gehörte davor dem
Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner, der seinen Anteil an Conwert
ursprünglich an die Deutsche Wohnen abgeben wollte. Die Übernahme
der Conwert durch die Deutsche Wohnen platzte jedoch, ebenso wie wie
ein milliardenschwerer geplanter Zukauf in Deutschland Anfang
August.
Conwert verfügte Ende Juni über ein Immobilienvermögen von 2,76
Mrd. Euro (ein Jahr davor: 2,84 Mrd. Euro).
(Schluss) snu/itz
ISIN AT0000697750
WEB http://www.conwert.at