Telekom Austria bestätigt Ametsreiter-Abgang per 31. Juli
Stellvertretender CEO Plater würde ab August Aufgaben
interimistisch übernehmen - Ametsreiters Vertrag hätte heuer
verlängert werden sollen - GRAFIK
Die Telekom Austria bestätigt den
Abgang ihres Konzernchefs. Aufsichtsrat und Hannes Ametsreiter
hätten sich heute darauf verständigt, dass er sein Mandat als
Vorstandsvorsitzender per 31. Juli 2015 niederlegt, teilte das
Unternehmen am Montag mit. Ametsreiter habe um eine einvernehmliche
vorzeitige Vertragsauflösung ersucht.Der Aufsichtsrat werde sich in seiner nächsten Sitzung mit der
Nachfolge befassen, heißt es in der Aussendung. Einen Termin gebe es
noch nicht, sagte ein Pressesprecher zur APA. Die nächste reguläre
Aufsichtsratssitzung wäre erst kurz vor den Halbjahreszahlen geplant
gewesen, also erst in gut einem Monat.
Sollte bis Ende Juli kein Nachfolger gefunden sein, würde der
stellvertretende CEO Alejandro Plater interimistisch die Aufgaben
des Vorstandsvorsitzenden übernehmen, so der Sprecher. Der neue
Mehrheitseigentümer America Movil hatte den Argentinier erst vor gut
drei Monaten als Chief Operating Officer (COO) installiert. Laut
Syndikatsvertrag mit der Staatsholding ÖBIB darf diese den
Generaldirektor vorschlagen.
Aufsichtsratschef Wolfgang Ruttenstorfer dankte Ametsreiter für
die "Führung des Unternehmens in herausfordernden Zeiten, auch in
der Phase des Überganges der Telekom Austria Group zu einer
Konzerngesellschaft der America Movil". Laut "Kurier" hat
Ametsreiter ein besseres Angebot. Wohin er wechseln wird, sei noch
nicht kommuniziert, sagte der Sprecher dazu zur APA.
"Ich bitte um Verständnis, dass ich heute noch keine konkrete
Aussage machen kann, welche Aufgaben das sein werden", erklärte
Ametsreiter in einem der APA vorliegenden Schreiben an die
Mitarbeiter.
Laut "Presse" war sein Abgang allerdings nicht freiwillig. Der
Druck von America Movil sei zu groß gewesen. Es sei ein "offenes
Geheimnis" gewesen, dass Ametsreiters Vertrag, der im kommenden
Herbst zur Verlängerung angestanden wäre, aufgelöst wird, schreibt
die Zeitung in ihrer Onlineausgabe.
Ob Ametsreiter seinen Vorstandvertrag ausbezahlt bekommt, ist
unklar. Die genauen Modalitäten seien noch nicht bekannt, so der
Unternehmenssprecher.
Die Aktien der Telekom Austria reagierten auf die während des
Börsenhandels bekannt gewordenen Nachrichten kaum. Die Aktie war
schon zuvor in einem schwachen Umfeld im Minus. Aktuell kostet sie
5,81 Euro, das ist ein Minus von 2,61 Prozent gegenüber dem
Schlusskurs vom Freitag.
( 0699-15, Format noch offen)
(Schluss) pro/ivn
ISIN AT0000720008
WEB http://www.telekomaustria.com
http://www.obib.co.at
http://www.americamovil.com/amx/en/