Verbund - Verbund-Chef rechnet mit Strompreis-Anstieg Ende des Jahrzehnts

VERBUND

64,10 EUR +1,58 %
→ Chart → Stammdaten → Forum

Verbund-Chef rechnet mit Strompreis-Anstieg Ende des Jahrzehnts


Positiver 380-kV-Bescheid bis Winter erwartet - Mellach-Urteil zur Fernwärme für Graz in nächsten zwei Monaten - "Ohne Wasserkraft geht es nicht": Projekten bei Netzentgelten entgegenkommen



Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber erwartet einen deutlichen Anstieg der Strom-Großhandelspreise, der neue Investitionen auch in Wasserkraftwerke wieder rentabel machen würde, "gegen Ende des Jahrzehnts". Längerfristig könnte dann danach der Preis von zur Zeit knapp 32 Euro pro Megawattstunde auf 50 bis 60 Euro/MWh steigen, sagte Anzengruber am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten.
64,10 EUR +1,58%
Hoch 65,10 Tief 62,90 Vortag 63,10

Voraussetzung für einen längerfristigen Anstieg der Strom-Großhandelspreise sei, dass sich die Parameter so wie erwartet ändern, von den deutschen Atomkraftwerks-Abschaltungen bis hin zu einem moderaten Wirtschaftswachstum. "Wenn die Wirtschaft weniger wächst oder es wieder mehr staatliche Eingriffe gibt, könnte es aber anders aussehen", meinte der Verbund-Chef. Die Endkundenpreise werden aus seiner Sicht "im Wesentlichen dort bleiben, wo sie sind". Ende März zählte der Verbund rund 333.000 Stromkunden.

"Ohne Wasserkraft geht es nicht", daher seien auch hier neue Investitionen nötig, obwohl sich heute in der E-Wirtschaft praktisch nur geförderte Projekte rechnen würden, etwa bei Erneuerbaren. Zwei Drittel des heimischen Stroms kommen aus Wasserkraft. Der Verbund erzeugt seine Elektrizität bereits zu 95 Prozent CO2-frei. Dort, wo sich etwa kleinere Vorhaben in der Wasserkraft nicht rechnen, sollte man den Projektwerbern bei den Netznutzungsentgelten entgegenkommen, regte Anzengruber an.

Der Verbund selbst werde die für heuer gesteckten Ziele erreichen, sagte der Chef der größten heimischen Stromkonzerns. Mit dem nachgeschärfte Kostensenkungsprogramm sei man gut unterwegs, und man habe den Investitionsplan für die kommenden Jahre gekürzt, erinnerte er. Während andere große Player in der Branche Milliarden-Verluste schreiben würden, habe der Verbund noch nie Verluste gemacht und werde auch keine machen. "Wir sehen uns gut aufgestellt." Der Sektor werde in den Bewertungen erst wieder zulegen, wenn die Marktkräfte wieder funktionieren. Unter den Energieunternehmen in Europa sei der Verbund das am höchsten bewertete Unternehmen.

Vor einer diskutierten Zweiteilung des gemeinsamen deutsch-österreichischen Strommarktes, durch den die Alpenrepublik mit billigem Strom profitiert, warnt Anzengruber. Österreich müsse alles tun, damit das so bleibt. Gefahren, dass dies anders werden könnte, sieht der Verbund-Chef von ACER kommen, der Agentur der europäischen Regulatoren. "Der österreichischen Wirtschaft täte eine Teilung nicht gut", meinte Anzengruber: "Wir müssen da massiv dagegenhalten, auch die österreichische Politik." Jochen Homann, Präsident der deutschen Bundesnetzagentur, bekräftigte dazu am Freitag bei einem Aufenthalt in Wien: "Deutschland wird hier keine einseitigen Maßnahmen setzen - nur mit Österreich gemeinsam."

Für den geplanten 380-kV-Lückenschluss in Salzburg rechnet Anzengruber bis Winter mit einem - positiven - Umweltbescheid aus dem UVP-Verfahren. Nach der nächsten Instanz, in der noch Einsprüche möglich seien, könnte es Ende 2016 den Baubeschluss, 2017 den Baubeginn und 2019/20 die Fertigstellung für die Stromleitung geben, sagte Anzengruber am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Zur strittigen Frage, ob der Verbund das Gaskraftwerk Mellach für die Fernwärme-Versorgung der Stadt Graz weiterlaufen lassen muss und wer für die zusätzlichen Kosten aufzukommen hat, erwartet der Verbund-Chef in den nächsten zwei Monaten ein Urteil im laufenden Schiedsverfahren. Es gehe um die Frage, ob der Verbund die Anlage in Betrieb halten muss oder nicht - "wir rechnen damit, dass wir das nicht müssen" - und falls doch, ob dann eine Zuzahlung geleistet werden muss. Die müsste von der Energie Steiermark kommen, die die geplante Stilllegung des unrentablen Gaskraftwerks Mellach per Einstweiliger Verfügung verhindert hatte. Graz hat angekündigt, seine Fernwärmeversorgung bis 2020 auf eigene Beine stellen zu wollen.

(Schluss) sp/stf

 ISIN  AT0000746409
 WEB   http://www.verbund.com



ATX (Wiener Börse Index) : 5809.61 -0.7% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Allgemeines — Amazon will im oberösterreichischen Reichersberg investieren -Zeitung
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — Autozulieferer Nemak plant Werkschließung in NÖ, 330 Jobs betroffen
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Kapital&Wert — Purgstaller als Vorstand bei Wiener Privatbank bestellt
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Agrana — Agrana - Erste Group erhöht Kursziel leicht von 12,5 auf 12,7 Euro
BAWAG — BAWAG will Irland-Übernahme in Q4 2026 oder Q1 2027 abschließen
Raiffeisen Bank International — RBI - Barclays erhöht Kursziel leicht von 39,0 auf 40,0 Euro
Erste Group Bank — Erste Group - Barclays erhöht Kursziel von 119 auf 123 Euro
BAWAG — BAWAG-Expansion schiebt Gewinn im 1. Quartal weiter an
   [weitere News >>]