Conwert - Großaktionär Sagi gewinnt HV-Machtkampf gegen Klaus Umek
Sagis Vertreter Phillip Burns und Barry Gilbertson neu im
Verwaltungsrat - Mitgliederzahl im Verwaltungsrat von fünf auf
vier reduziert
Beim börsennotierten Immobilienkonzern Conwert ist
es dem neuen Hauptaktionär Teddy Sagi mit einem umstrittenen
Schachzug gelungen, sich mit nur 24,79 Prozent der Stimmrechte die
Hälfte der Sitze im Verwaltungsrat des Unternehmens zu sichern.Bei der zum Teil hitzig geführten Conwert-Hauptversammlung am
Freitag gelang es Sagis Investmentgesellschaft MountainPeak Trading
Ltd. in einem ersten Schritt, die Mitgliederzahl des
Verwaltungsrates von fünf auf vier zu reduzieren. Bei der
anschließenden Abstimmung um die Besetzung der beiden freien Plätze
im Verwaltungsrat setzten sich die Kandidaten von MountainPeak
durch: Der Anwalt Phillip Burns (47) und Barry Gilbertson (63)
wurden für fünf Jahre neu in den Verwaltungsrat gewählt. Als
Gegenkandidaten hatte die Aktionärsgruppe Petrus Advisers von Klaus
Umek den Wirtschaftsprüfer Erich Kandler vorgeschlagen, der jedoch
in den direkten Abstimmungen sowohl gegen Burns als auch gegen
Gilbertson unterlag.
Auf der Tagesordnung der 14. ordentlichen
Conwert-Hauptversammlung war ursprünglich eigentlich die Neuwahl von
drei Mitgliedern des Verwaltungsrates gestanden. Eveline
Steinberger-Kern war bereits mit Wirkung vom 27. April 2015 als
Mitglied des Verwaltungsrates zurückgetreten. Sie sollte durch den
Immobilien-Manager und Anwalt Burns ersetzt werden. Formal
vorgeschlagen wurde Burns vom Verwaltungsrat, der erst durch Sagis
MountainPeak auf jenen aufmerksam geworden war, wie
Verwaltungsrats-Chefin Kerstin Gelbmann einräumte.
Gelbmann selbst und ihr Stellvertreter Alexander Tavakoli hatten
bereits vor der Hauptversammlung ihren Rücktritt erklärt. Für die
Nachbesetzung ihrer Posten hatte MountainPeak die Immobilienexperten
Maureen Harris (49) und Barry Gilbertson (63) vorgeschlagen, für
Petrus Advisers wollte Erich Kandler in das Kontrollgremium
einziehen. Petrus Advisers und Kandler hatten bereits im Vorfeld der
Hauptversammlung vor einer drohenden Beherrschung des Unternehmens
durch den neuen Kernaktionär gewarnt, der mit 24,79 Prozent der
Anteile nicht einmal die Sperrminorität hält.
Bei drei freien Posten im Verwaltungsrat hätte Kandler als
Vertreter der Minderheitsaktionäre bereits ein Drittel der Stimmen
gereicht, um in den Verwaltungsrat gewählt zu werden. Das
verhinderte MountainPeak aber mit dem kurzfristig eingebrachten und
rechtlich umstrittenen Antrag, den Verwaltungsrat von fünf auf vier
Mitglieder zu reduzieren. Diese Abstimmung entschied MountainPeak
mit 50,4 zu 49,6 Prozent der Stimmen knapp für sich. Maureen Harris
hatte für diesen Fall bereits angekündigt, ihre Kandidatur
zurückzuziehen.
Erich Kandler trat nun in zwei Abstimmungen gegen Burns und
Gilbertson an - er unterlag Burns mit 43,75 zu 56,25 Prozent und
hatte auch gegen Gilbertson mit 44,88 zu 55,12 Prozent das
Nachsehen.
MountainPeak hatte Mitte Mai das Aktienpaket des Bauunternehmers
Hans Peter Haselsteiner übernommen und will nun den
Immobilienmanager Ben Lehrecke zum neuen Conwert-Chef machen, der
sich bei der Hauptversammlung den Aktionären vorstellte. Der
bisherige Conwert-Chef Clemens Schneider hat das Unternehmen nach
dem Einstieg von MountainPeak verlassen - das Geschäftsführende
Direktorium von Conwert besteht derzeit nur aus Thomas Doll.
(Schluss) ivn/elf/kun
ISIN AT0000697750
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