Handy - RTR mit gute Nachrichten: Wettbewerb wird mehr, Roaming fällt
Weiterhin viele Beschwerden über Myphone, Primacall und
Sparfon - Stöger kündigt Kostenlimit für Contentdienste an -
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Die Telekom-Regulierungsbehörde RTR hatte heute,
Montag, gute Nachrichten für die Verbraucher: Der Wettbewerb am
Mobilfunkmarkt werde sich weiter intensivieren, und über kurz oder
lang würden auch die Roaminggebühren fallen, so RTR-Chef Johannes
Gungl am Montag vor Journalisten. "Roaming wird und muss
verschwinden", erklärte Gungl.Bei den Streitschlichtungsverfahren erwartet er heuer einen
Rückgang von 3.879 auf rund 3.000. Hier müsse man aber erst
abwarten, welchen Einfluss der Start neuer Anbieter habe. Seit
einigen Monaten sind auch der Kabelnetzbetreiber UPC und der
Lebensmitteldiskonter Hofer als Mobilfunker unterwegs, allerdings
haben sie kein eigenes Netz, sondern mieten sie bei
Infrastrukturbetreibern ein.
Spitzenreiter bei den Beschwerden über die Mobilfunkanbieter
waren Contentdienste (Gewinnspiele, Bezahlen mit dem Handy, etc.),
gefolgt von Vertragsschwierigkeiten und Entgeltstreitereien.
Probleme mit Mehrwert-SMS hingegen sind am Verschwinden, was auch an
der geringeren SMS-Nutzung dank Alternativen wie "WhatsApp"
zurückzuführen ist. Die Streitfälle mit Festnetzanbietern wie UPC
und Tele2 sind inzwischen verschwindend gering, nach wie vor auf
Trab halten die Konsumentenschützer aber die drei Sorgenkinder
Myphone, Primacall und Sparfon. Alleine Sparfon brachte es im
Vorjahr auf mehr Verfahren als die weit größeren UPC und Tele2
zusammen.
Dass die Beschwerdefälle bei "3" erheblich zugenommen haben,
führt Unternehmenssprecher Tom Tesch auf die überdurchschnittlich
hohe Content-Nutzung bei "3"-Kunden zurück. Auswirkungen habe auch
die Zusammenführung der Netze von "3" und Orange gehabt, diese sei
aber bis zum Sommer abgeschlossen. Auf die Beschwerden über das
Service im Call Center in Wien und im deutschen Erfurt habe man
reagiert und das Personal aufgestockt. Interne und externe
Untersuchungen hätten die Verbesserungen bereits bestätigt, hieß es
auf APA-Anfrage. Allerdings war "3" laut Gungl auch in den ersten
Monaten des heurigen Jahres der Netzbetreiber mit den meisten
Beschwerden.
Bei der stark steigenden Zahl von Einwänden gegen Contentdienste
sieht Gungl sowohl Gesetzgeber als auch Verbraucher gefordert.
Derzeit unterliege dieses Geschäftsfeld - das per se kein schlechtes
sei, wie Gungl betonte - nicht der Mehrwertdienstregulierung. Dies
wäre aber wünschenswert, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag habe
man bereits beim Infrastrukturministerium deponiert. An die
Konsumenten appellierte Gungl, verantwortlich mit dem Gerät
umzugehen und Sperrmöglichkeiten zu nutzen.
Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) hat heute gesetzliche
Änderungen bei Contentdiensten bis zum Herbst angekündigt. "Neben
spezifischen Schutzmaßnahmen wie einem Kostenlimit soll die
Transparenz für die Verbraucher auch durch die klare und
einheitliche Ausweisung der Contentdienste auf der Rechnung erhöht
werden", so der Minister.
Die RTR hat heute exemplarisch Beispiele angeführt, wie leicht
Nutzer in die "Content-Falle" tappen. So habe ein Mann seinem Sohn
sein Handy zum Spielen gegeben - der Sohn entdeckte aber schnell,
dass man Zusatzpakete leicht herunterladen konnte. Allerdings waren
diese kostenpflichtig, es trudelte eine Rechnung über 1.500 Euro
ein. Wiederum ein anderer Handynutzer nahm an einem Gewinnspiel
teil, das ihm vermeintlich ein Bekannter empfohlen hatte. Allerdings
war das Konto des Bekannten gehackt und die Empfehlung ein Schmäh.
(Forts. mögl.) stf/ivn
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