Verbund-Chef sieht Strompreis-Potenzial eher nach unten
Bereits 7 Prozent Privatkunden-Marktanteil mit 322.000
Abnehmern - Anzengruber: Bei E-Autos "Dienstwagen-Steuer"
streichen - "Wissen noch nicht was uns bei Energieeffizienz
anerkannt wird"
Für die Endkunden-Strompreise sieht
Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber am Markt mittelfristig
kein Erhöhungspotenzial, sondern eher eine Stagnation oder
vielleicht sogar die Möglichkeit einer Senkung. Dies könnte aber,
wie in der Vergangenheit, auch wieder durch höhere Steuern oder
Abgaben egalisiert werden, meinte Anzengruber am Mittwoch im
Bilanzpressegespräch.Der Verbund selbst zählte zu Jahresende bereits rund 322.000
Privatkunden und brachte es damit in diesem Stromkunden-Segment auf
7 Prozent Marktanteil. Zudem bietet der Verbund seinen Stromkunden
seit Herbst auch Gas an, im Vorjahr konnten schon 3.000 Privatkunden
gewonnen werden, die Entwicklung gehe weiter gut voran. Bei
Stromkunden in Industrie und Gewerbe hielt der Verbund zu Jahresende
bei rund 20 Prozent Marktanteil.
Zugunsten der E-Mobilität wünscht sich der Verbund-Chef Anreize
wie sie etwa Norwegen oder Berlin setze. Auch könnte man die
"Dienstwagen-Steuer" streichen, sofern Fahrzeuge mit Strom
betrieben, meinte Anzengruber.
Mit dem Energieeffizienzgesetz, das seit Anfang 2015 gilt, sei
man ja von Anfang an "nicht glücklich" gewesen, nun wisse man aber
noch immer nicht, was man als Verbund an Maßnahmen anerkannt
bekomme. Dafür wäre es aber Zeit, gab Anzengruber zu verstehen, denn
wenn man als Produzent zu wenig eingespart habe (die Hälfte muss von
diesen geleistet werden), dann drohe eine Strafzahlung von 200 Euro
pro Megawattstunde (MWh), das sei "das Sechsfache des Marktpreises"
für Strom.
Das Energieeffizienzgesetz sieht bis 2020 in Österreich ein
Einsparungsziel von 310 Petajoule vor. Das seien 86 Mrd.
Kilowattstunden (kWh) bzw. 86 Terawattstunden (TWh), also das
1,2-Fache des jährlichen Stromverbrauchs in Österreich von 70 TWh,
rechnete Anzengruber vor. 159 PJ an Einsparungen müssen durch
Beiträge der Energielieferanten zustande kommen, der Rest (151 PJ)
durch strategische Maßnahmen.
(Forts. mögl.) sp/itz
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