RBI-Anleiheinvestoren fürchten sich vor Verlusten
500-Mio-Nachranganleihe auf Rekordtief gefallen - Bank
versichert Mai-Kuponzahlung auf 307-Millionen-Nachranganleihe
Raiffeisen ist nicht nur am Aktienmarkt unter Druck,
auch am Bondmarkt: Zum zwölften Mal am Stück sind die Anleihen der
börsennotierten Raiffeisen Bank International am Mittwoch gefallen.
Laut "Bloomberg" fürchten Investoren, dass ihnen Verluste drohen,
weil Sanktionen und Ölpreisverfall das Geschäft in Russland
untergraben würden. Die RBI ist die am stärksten engagierte
Auslandsbank in Russland.Eine 2025 fällige 500-Millionen-Euro-Nachranganleihe (Kupon: 4,5
Prozent) fiel dem Bericht zufolge um 2,6 Cent auf ein neues
Rekordtief von 48 Cent, womit sie in dem Jahr schon rund 38 Prozent
verloren habe. Credit Default Swaps (CDS) auf Nachrangpapiere der
RBI würden innerhalb der nächsten fünf Jahre eine
Ausfallswahrscheinlichkeit von 70 Prozent signalisieren.
Der Aberdeen-Analyst Laurent Frings gibt in dem Bericht
Marktbefürchtungen wider: "Wenn sie Kapital brauchen, sehen Anleger
das Risiko, dass der Staat sie in die Haftung nimmt."
Die Bank hat laut Bloomberg am Mittwoch aber festgehalten, dass
auch der im Mai fällige (gewinnabhängige, Anm.) Kupon auf eine
307-Millionen-Anleihe bezahlt wird. Es gebe keine Indikation, dass
die Auszahlung vonseiten der Aufseher verhindert würde, wurde
Banksprecherin Susanne Langer zitiert. Das gab der betreffenden
Anleihe Auftrieb.
Die RBI-Aktie hat am Mittwoch wieder verloren und notierte am
Nachmittag zeitweise unter 9 Euro. Eine neuerliche Kapitalerhöhung
(Aktienemission) hat der Vorstand zuletzt in Abrede gestellt. Man
werde komfortabel alle regulatorischen Kapitalanforderungen
erfüllen.
In einer auf der Homepage veröffentlichten Prospekt-Ergänzung,
datiert vom 12. Dezember 2014, hat die RBI zur Kapitalstärkung bzw.
zum Risikoabbau namentlich Verbriefungsaktivitäten genannt. Zum Ende
des Jahres 2014 werde man aller Voraussicht nach Vermögenswerte im
Wert von ca. 1 bis 1,5 Milliarden Euro verbrieft haben, schrieb die
Bank im Prospektnachtrag. Dies würde zu einer Reduktion der
risikogewichteten Aktiva (RWA) um rund 500 Mio. Euro und einer
Entlastung der Kapitalquote (CET1 Ratio) von 50 Millionen oder 0,07
Prozent führen. Die Bank hat auch vor, künftig Vermögenswerte von 3
bis 4 Mrd. Euro jährlich zu verbriefen, was wieder zu einer
Reduktion der RWA um rund 1,5 Mrd. Euro und zu einer Entlastung der
CET1 Ratio von 0,20 Prozent pro Jahr führen solle.
Am Kapital gezehrt haben die Währungsabwertungen in Russland und
der Ukraine, wird auch im Prospektnachtrag per Ende 2014 eingeräumt.
Die Rubel- und Griwna-Abwertungen könnten demnach die "CET1-Quote"
(also die von Basel III geforderte Kernkapitalquote) unter das
Niveau von 10 Prozent fallen lassen.
(Schluss) rf/emu
ISIN AT0000606306
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