EBITDA massiv gefallen
VERBUND bewegt sich weiterhin in einem herausfordernden Umfeld. Das
Wirtschaftswachstum stagniert, ebenso der Stromverbrauch. Zusätzlich
verschärfen negative energiewirtschaftliche Effekte die Situation der
europäischen Energieversorger: Überkapazitäten und Marktverzerrungen durch
öffentliche Subventionen wirken sich unmittelbar auf die
Geschäftsentwicklung aus.
Ein wichtiger Schritt dieser Situation entgegenzuwirken ist die
erfolgreiche Restrukturierung der thermischen Kraftwerkserzeugung, die
zügig voranschreitet. Anfang Oktober hat sich VERBUND mit dem
internationalen Investor KKR über den Verkauf der französischen
Gas-Kombikraftwerke Pont-Sur-Sambre und Toul geeinigt. Durch diesen Verkauf
werden die negativen Ergebnisbeiträge und Mittelabflüsse aus diesen
Kraftwerken beendet. Bereits Ende Juli wurde der Ausstieg aus der
italienischen Sorgenia besiegelt. Das Unternehmen soll von Gläubigerbanken
übernommen werden. Damit trennt sich VERBUND bis Jahresende von seinem
46-%-Anteil. In Österreich wird nach dem Öl-Fernheizkraftwerk
Neudorf/Werndorf wie geplant auch das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr
geschlossen. Die temporäre Stilllegung des Gas-Kombikraftwerks Mellach
verschiebt sich aufgrund der von einem steirischen Gericht erlassenen
einstweiligen Verfügung.
Das Ergebnis für die Quartale 1-3/2014 fiel deutlich geringer aus als im
Vorjahr, ist aber besser als erwartet. Der Grund für die deutliche
Reduktion liegt vor allem darin, dass die Ergebnisse 2013 sehr stark
positiv vom Verkauf der türkischen Aktivitäten und dem gleichzeitigen
Zukauf von Wasserkraftwerken in Deutschland beeinflusst waren. Negativ
wirkten darüber hinaus die weiter gesunkenen Absatzpreise für Strom, eine
geringere Wasserführung als im Vorjahr und die Wertberichtigungen der
Windparks in Rumänien. Positiv wirkte ein Steuereffekt im Zusammenhang mit
dem Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke. Das EBITDA sank um 42,8
% auf 633,0 Mio. EUR und das Konzernergebnis um 86,4 % auf 63,8 Mio. EUR.
Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA sowie das bereinigte Konzernergebnis
sanken um 25,4 % auf 688,1 Mio. EUR bzw. um 48,5 % auf 174,2 Mio. EUR.
VERBUND konnte seinen Ergebnisausblick aufgrund der besser als erwarteten
Wasserführung im 3. Quartal und Margen aus dem Stromgeschäft sowie
zusätzlicher Kostensenkungen erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2014 wird auf
Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft im vierten
Quartal nun ein EBITDA von rund 770 Mio. EUR und ein Konzernergebnis von
rund 85 Mio. EUR erwartet. Die geplante Ausschüttungsquote für 2014 liegt
unverändert bei rund 50 % des um Einmaleffekte bereinigten
Konzernergebnisses von rund 190 Mio. EUR.
Kennzahlen Einheit Q1-3/2013 Q1-3/2014 Veränderung
Umsatzerlöse Mio. EUR 2.406,3 2.059,9 -14,4 %
EBITDA Mio. EUR 1.107,4 633,0 -42,8 %
Operatives Ergebnis Mio. EUR 125,2 205,7 64,3 %
Konzernergebnis Mio. EUR 468,9 63,8 -86,4 %
Ergebnis je Aktie EUR 1,35 0,18 -86,4 %
EBIT-Marge % 5,2 10,0 -
EBITDA-Marge % 46,0 30,7 -
Cashflow aus
operativer Tätigkeit Mio. EUR 672,7 612,2 -9,0 %
Free Cashflow
nach Dividende Mio. EUR 506,1 -133,6 -
Nettoverschuldungsgrad % 71,0 76,1 -
Seit dem 1.1.2014 ersetzt IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" die
bisherigen Regeln des IAS 31 "Anteile an Joint Ventures". Die neuen Regeln
führten dazu, dass die Beteiligung an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft
als gemeinsame Tätigkeit einzustufen ist. Dadurch wurden bereits berichtete
Zahlen angepasst.
Obwohl das den französischen Gas-Kombikraftwerken zuzurechnende Ergebnis
nach IFRS 5 gesondert von den fortzuführenden Aktivitäten darzustellen ist,
beziehen sich die Kennzahlen, zur besseren Aussagekraft, auf das
zusammengefasste Ergebnis aus fortzuführenden und nicht fortzuführenden
Aktivitäten des Konzerns.
Weitere Informationen sowie den Zwischenbericht Quartale 1-3/2014 finden
Sie auf
www.verbund.com > Investor Relations > Aktuelles Finanzergebnis.