Q2 Trading Statement mit enttäuschender Produktionsrate
Das Trading Statement der OMV zum zweiten Quartal fiel schwächer aus als von uns erwartet. Im Segment „Exploration und Produktion“ (E&P) sank das Produktionsniveau von 311 kboe/d (im ersten Quartal 2014) um 5% auf 297 kboe/d, hauptsächlich aufgrund der Produktionsstillstände in Libyen und lag damit unter unserer Schätzung von 310 kboe/d. Die Ausfälle in Libyen konnten nicht durch zusätzliche Produktion in Norwegen (Gudrun), Österreich und Rumänien kompensiert werden. Darüber hinaus werden sich niedrigere Erdöl-Verkaufsmengen sowie signifikant gestiegene Explorationsaufwendungen negativ auf das Q2 Ergebnis im E&P auswirken.
Im Segment „Gas & Power“ (G&P) blieb das Marktumfeld herausfordernd, die Verkaufsmengen konnten dennoch gesteigert werden. Die Margen verbesserten sich aufgrund der Neuverhandlung der Verträge mit Gazprom und Statoil, jedoch belastete die schwache TRY die Erdgas-Marge in der Türkei. Das Power-Geschäft litt aufgrund negativer Spark Spreads in Rumänien. Im Segment „Raffinerien & Marketing“ (R&M) stieg die Referenz- Raffineriemarge im zweiten Quartal aufgrund verbesserter Benzin-Spannen von USD 1,63/bbl im Vorquartal auf USD 1,92/bbl. Dies wurde jedoch durch Raffineriestillstände in Petrobrazi (das EUR 600 Mio. Upgrade wurde diese Woche fertiggestellt), Schwechat und Bayernoil mehr als ausgeglichen. Im Q2 verzeichnete die OMV Netto-Sondereffekte in Höhe von EUR -145 Mio., welche sich hauptsächlich aus Wertberichtigungen in Kasachstan (ca. EUR -110 Mio.) sowie Abschreibungen in Tunesien (ca. EUR -20 Mio.) zusammensetzen.
Ausblick
Das Mitte der Woche publizierte Trading-Statement hat den Verkaufsdruck auf die OMV Aktie weiter erhöht. Während sich das Upgrade der Petrobrazi Raffinierie durch die verfrühte Fertigstellung schon im H2 2014 positiv auswirken sollte, bleiben die Produktionsausfälle in Libyen das zentrale Thema für die OMV, da sie das wichtigste Segment des Energiekonzerns (E&P) stark belasten. Der Raffinerie- und Energiemarkt leidet nach wie vor unter schwachen Margen und niedriger Nachfrage. Obwohl die negativen Nachrichten im Trading Statement überwiegen, bleibt unser Kursziel bei EUR 39,5 und wir bestätigen unsere Kaufempfehlung. Die Aktie notiert klar unter Buchwert und bietet eine ansprechende Dividendenrendite.