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NEWS: BayernLB hatte Hypo-Konkurs vor Verstaatlichung ausgeschlossen
Geheimdokument belegt: Bayern waren zu höherem Sanierungsbeitrag bereit
Ein bislang geheim gehaltenes Dokument, das dem
Nachrichtenmagazin NEWS vorliegt, wirft brisante Fragen zur
Notverstaatlichung der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) am 14. Dezember
2009 auf. Der Verwaltungsrat der Bayerischen Landesbank hatte sich
Anfang Dezember 2009 darauf festgelegt, dass aufgrund des hohen
Risikos auch für die BayernLB ein Konkurs der HGAA "als
Extremposition gilt, die in der Praxis nicht durchgeführt werden
kann", zitiert NEWS in seiner morgen erschgeinenden Ausgabe aus dem
Protokoll. Knapp zwei Wochen später hat die Österreichische
Bundesregierung die Verstaatlichung damit begründet, dass ansonsten
eine Insolvenz gedroht hätte.
Der damalige Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Michael Kemmer,
hatte gegenüber seinem Aufsichtsorgan eine Insolvenz der Hypo als
"vollkommen ausgeschlossen" bewertet und wörtlich gemeint: "Mit einer
derartigen Entscheidung würde die BayernLB den ganzen Balkan anzünden
und Österreich noch dazu", berichtet NEWS. Der Verwaltungsrat der
Bank hat Anfang Dezember 2009 festgehalten, dass "nach den bereits
geführten Verhandlungen zwischen der BayernLB, dem Bayerischen
Staatsministerium für Finanzen und der Republik Österreich ein
unausgesprochener Konsens besteht, dass man es nicht zu diesem
finalen Schritt á la Lehman Brothers kommen lassen wird bzw. darf",
schreibt das Nachrichtenmagazin.
Aus dem Dokument geht laut NEWS zudem hervor, dass die BayernLB
offenbar bereit war, bei der Verstaatlichung einen wesentlich höheren
Beitrag zur Sanierung der Hypo zu leisten. Bei der Verstaatlichung
hatten die Bayern als Verhandlungsergebnis mit der Republik 825
Millionen Euro nachgelassen. Die BayernLB hatte damals Kredite in der
Höhe von 5,3 Milliarden Euro an die Hypo vergeben.
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