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PULS 4: Spindelegger zur Hypo "Gläubiger sollen sich beteiligen" - setzt nun internationale Berater ein, Sparpaket nicht ausgeschlossen
Im TV-Exklusiv-Interview in "Guten Abend Österreich"
heute um 18:45 Uhr auf PULS 4 kündigt Finanzminister Michael
Spindelegger an, externe, internationale Berater zur Lösung der Causa
Hypo einzusetzen. "Letztlich möchte ich die beste Lösung für den
Steuerzahler. Dazu brauche ich die Vorschläge von den Fachleuten der
Taskforce, aber auch noch eine Drübersicht von Personen, die
international Erfahrung haben." Die Verhandlungen seien noch im
Gange, die Berater werden aus dem Kreis international bekannter
Consulting-Agenturen kommen. Ein fixes Budget ist dafür nicht
reserviert: "Ich glaube, dass niemand ausreichend budgetiert hat, was
in der Hypo auf uns zukommt, auch nicht, was Beratung betrifft. Aber
Expertise, die uns hilft, einen Fehler zu vermeiden, ist allemal
besser, als einen Fehler zu machen. Deshalb möchte ich mir keine
Schranken auferlegen."Â
Gläubiger sollen mitzahlen: "Das ist eine politische
Grundsatzfrage"
Zur Frage nach einer geordneten Insolvenz sagt Spindelegger: "Ich
glaube, dass Gläubiger da auch einen Beitrag leisten müssen - und
auch Kärnten moralisch dazu verpflichtet ist, denn die dortige
Landesregierung hat das Problem ja verursacht." Damit widerspricht
Spindelegger dem Leiter der Taksforce, Klaus Liebscher, der einen
Schuldenschnitt für Gläubiger am Mittwoch erneut ausschloss: "Klaus
Liebscher macht einen ausgezeichneten Job, aber es ist eine
politische Frage, wie weit man Gläubiger beteiligen kann und das Land
Kärnten beteiligen kann. Das übersteigt die Möglichkeiten einer
Taskforce, sondern ist eine politische Grundsatzentscheidung, die
letztlich die Politik treffen muss."Â
Der Schuldenschnitt soll auch von Kärnten garantierte Anleihen
betreffen: "Es ist eine Frage der rechtlichen Möglichkeiten und
Verhandlungen, aber vom Prinzip möchte ich, dass wir nicht alles dem
Steuerzahler aufoktroyieren - sondern dass die, die profitiert haben
und nicht schutzwürdig sind, einen Beitrag leisten." Die Entscheidung
werde aber erst getroffen, wenn alle Möglichkeiten bewertet sind.Â
Mit Bayern - deren Bayern LB noch 2,3 Milliarden aus der Hypo von
Österreich fordert - hat Spindelegger noch keine Verhandlungen
aufgenommen. "Dazu müssen wir erst selbst wissen, was wir wollen."Â
Spindelegger schließt Sparpaket nicht aus
Zur Frage, ob er ein Sparpaket zur Finanzierung ausschließen
könne, antwortet der Finanzminister: "Ich kann gar nichts
ausschließen oder einschließen. Ich kann weder Entwarnung geben noch
sagen, es wird keine Notwendigkeiten geben, sondern ich muss erst
einmal seriös die Zahlen bewerten." Ein Sparpaket sei "nicht
unmittelbar notwendig", man könne die wirtschaftliche Lage aber nicht
voraussehen.Â
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