ATX: Zwischen Hoffen und Bangen
Mit einem im Kurs unveränderten Niveau beendete der ATX eine verkürzte Börsenwoche, die im Zeichen zwischen Hoffen und Bangen punkto Griechenland und Spanien stand. An dieser Situation dürfte sich vor der Griechenland-Wahl nächsten Sonntag (17.6.) auch nicht allzu viel ändern.
Newsseitig verlief die abgelaufene Woche äußerst dünn. Nach dem Ende der Berichtssaison gab es keine Quartalsberichte von wesentlichen Unternehmen, einzig die Kapitalmarkttage von AMAG und Immofinanz waren erwähnenswert. In beiden Fällen gab es aber keine Aussendung zu wesentlichen neuen Aussagen.
Wochengewinner war die Aktie der voestalpine, die wir ja auch erst vor kurzem auf „Kauf“ hochgestuft hatten. Hier sehen wir zwar konjunkturseitig keinerlei Anzeichen für eine Besserung in Europa, allerdings erscheint uns die Aktie derzeit tief genug bewertet für eine (antizyklisch) wieder klar positive Einstufung. Daneben konnten sich noch Werte wie Raiffeisen Bank Int. (+3,8%), CA IMMO (+2,8%) und Telekom Austria (+2,3%) positiv behaupten. Letztere wurde durch die Meldungen zum Einstieg von Carlos Slim positiv getrieben.
Am meisten verloren hat diese Woche eine unserer Topempfehlungen – Lenzing: -6,8%. Dies schmerzt natürlich besonders, kommt aufgrund des massiv gesunkenen Baumwollpreises seit Anfang Mai allerdings nicht ganz überraschend. Positiv zu bemerken ist hier, dass der Baumwollpreis Anfang dieser Woche offenbar den Boden gefunden hat und seitdem wieder deutlich nach oben gedreht hat. Weiters gaben SBO (-4,5%), EVN (-3,8%) und Andritz (-3,7%) nach.
Ausblick: Wir stehen wohl noch vor einer ruhigeren Woche – wahrscheinlich die „Ruhe vor dem Sturm“! Es stehen kaum irgendwelche Unternehmensmeldungen auf dem Programm. Insofern dürften sich die Aktienbörsen weiterhin auf Makronews aus Griechenland und Spanien konzentrieren, sofern diese nicht ebenso vom Start der Fußball-EM in den Hintergrund gedrängt werden. Wir ändern nichts an unserer Meinung, dass der Index vorerst in einer Range von 1.800 – 2.000 Punkten bleiben sollte. Und wir ändern ebenso nichts an unserer Meinung, dass man bei einem Indexniveau von 1.800 – 1.900 Punkten viele österreichische Blue Chips zu sehr, sehr günstigen Preisen erwerben kann – z.B. RHI, Immofinanz, OMV, Lenzing, voestalpine, VIG oder auch aus der 2. Reihe eine Polytec. Mit Risiko behaftet bleibt eine Raiffeisen Bank Int., allerdings am aktuellen Niveau ebenso interessant.