ATX: Erste Bank derzeit nur moderat optimistisch
Der ATX erlitt in dieser Woche einen Rückschlag von 6,1%, konnte aber exakt bei der
wichtigen Unterstützungsmarke von 1.900 Punkten aufsetzen und im Anschluss wieder nach
oben drehen. Der ATX bleibt damit weiter volatiler als andere westliche Märkte, allerdings ist
der Anstieg im heurigen Jahr von +10,9% mit Schlusskurs Donnerstag ebenfalls deutlich
besser. Viele schwere ATX-Werte haben zu diesem Indexrückgang beigetragen, u.a. Zumtobel
(-17,6%), Erste Group (-16,2%) und Wienerberger (-14,4%). Auf der positiven Seite fanden sich
bwin (+8,5% nach guten Q1-Zahlen einer positiven Prognoserevision für das Gesamtjahr), AUA
(+4,7% nach dem Erreichen der Mindestschwelle beim Lufthansa-Angebot) und Intercell
(+3,4% nach den Q1-Zahlen diese Woche).
Im Zuge der Q1-Berichtssaison haben wir diese Woche sehr gute Zahlen von der Vienna
Insurance Group, Mayr-Melnhof und A-TEC gesehen. Negativ enttäuscht hat Telekom Austria.
Im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprechend war Intercell, AT&S, CWT und
Raiffeisen Int. Die Anleger sind mittlerweile ganz eindeutig auf schlechte Zahlen eingestellt und
deutliche Ergebnisrückgänge bringen keine generellen negativen Kursrückgänge mehr.
Wir bleiben derzeit nur moderat optimistisch. Die Märkte tendieren aktuell aufwärts und richten
das Augenmerk hauptsächlich auf die verbesserten Stimmungsindikatoren bzw. die
Verlangsamung des weiteren wirtschaftlichen Abschwungs. Auf Basis der aktuellen
Gewinnschätzungen ist die Wr. Börse nur mehr sehr moderat unterbewertet, allerdings sind
natürlich die Gewinne auf einem historisch sehr geringen Niveau und daher nicht voll
aussagekräftig. Auch ist das K/BW Multiple zuletzt wieder auf ca. 1,0x gestiegen. In früheren
Krisenzeiten lag die Untergrenze bei rund 1,1x. Es würde uns nicht wundern, wenn sich nach
dem starken Börsenfrühling im Frühsommer jetzt wieder eine leichte Abkühlung der Stimmung
verbreitet. Zukäufe würden wir derzeit vor allem in Marktkorrekturen tätigen. Besonders OMV,
Intercell, Verbund und Vienna Insurance Group erscheinen uns sehr interessant. Wir haben die
Erste Group Research Zertifikate dementsprechend weiter defensiver genau mit diesen Werten
positioniert - mit einem klaren Sektorfokus auf Versorger, Energie und Pharma/Biotech.