ATX: Erste Bank langfristig unverändert (vorsichtig) optimistisch
Nach Wochen der Kursgewinne musste der ATX dieses Mal einen Rückschlag hinnehmen, auf
Wochensicht -3,5%. Besonders unter Druck geriet die Raiffeisen Int., die um 13,6% nachgab.
Auf der Verliererseite standen auch einige Industrieunternehmen, die sich in den letzten
Wochen an sich gut behauptet hatten, wie beispielsweise Andritz (-9,9%) oder RHI (-3,3%), die
am Donnerstag ihre endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr brachte. Diese
waren zwar gegenüber den bereits präsentierten vorläufigen Zahlen unverändert, dennoch gab
es eine Überraschung. CFO Colombo wird mit Ende Mai das Unternehmen verlassen, seine
Agenden wird CEO Fahnemann übernehmen. Und auch bei der Wienerberger wird es
Veränderungen auf der Vorstandsebene geben. Der langjährige Vorstandsvorsitzende
Wolfgang Reithofer wird mit Ende Juli zurücktreten, Nachfolger wird sein Stellvertreter Heimo
Scheuch. Die Aktie schloss mit einem Plus von 4,4%. Auf der Gewinnerseite standen
außerdem noch STRABAG (nach den hohen Kursverlusten der Vorwoche) und Zumtobel (nach
einer äußerst volatilen Woche) mit +5,4% bzw. +5,1%. Generell gibt es momentan wenig
Korrelation zwischen fundamentalen Neuigkeiten und Kursbewegungen.
Dies musste auch die Österreichische Post zur Kenntnis nehmen. Auch wenn sich das
Unternehmen skeptisch bezüglich des ersten Entwurfs zum neuen Postgesetz zeigt, werten wir
diese Nachricht als eindeutig positiv. Die Aktie bewegte sich dennoch kaum (+0,6%). In der
nächsten Woche beginnt die Berichtssaison für das erste Quartal. Gespannt dürfen wir dabei
vor allem auf Verbund und Erste Group sein. Daneben gibt es noch einige Unternehmen, die
ihre (endgültigen) Zahlen für das abgelaufene Jahr präsentieren, darunter STRABAG, UNIQA,
A-TEC, CAToil und Sparkassen Immo. Die Flughafen Aktie wird am Dienstag den
Dividendenabschlag (EUR 2,60 pro Aktie) deutlich zu spüren bekommen. Lenzing wird
ebenfalls ex Dividende gehandelt werden (EUR 14 pro Aktie). Zu euphorisch sollte man nicht
sein. Die letzten Kursbewegungen nach oben und einige Gewinnrevisionen bewirkten eine
deutliche Zunahme des Forward KGVs. Auf Basis des K/BW Verhältnisses kann man den ATX
nach wie vor als günstig bewertet sehen, mögliche Firmenwertabschreibungen können aber
auch dieses Bild verändern. Zwar sind wir langfristig unverändert (vorsichtig) optimistisch,
kurzfristige Korrekturen sind aber zu erwarten.