ATX nun in einer volatilen Bodenbildungsphase in einer breiten Range
Der ATX mußte in dieser Woche nochmals einen heftigen Rücksetzer von -11,1%
einstecken. Dem Index ist es damit nicht gelungen, die gemäßigt positive Entwicklung
der Vorwoche fortzusetzen. Die ganz klaren Verlierer der Woche im ATX waren die
Bankenwerte: Raiffeisen Int.: -21,0%, Erste Group: -31,1%. Aufgrund der hohen Gewichtung
der Finanzwerte lag der ATX auch deutlich hinter anderen Standardwerteindizes in
Europa zurück. Der einzige wirkliche Wochengewinner war die Telekom Austria mit
+2,4%, wo sich der nun definitiv angekündigte Personalabbau und ein gutes Q3-Ergebnis
positiv ausgewirkt haben.
Die Berichtssaison verlief in dieser Woche nicht ganz so schlecht wie man eventuell
befürchten konnte. Vienna Insurance Group konnte den Ausblick für 2008 bestätigen,
revidierte aber den Ausblick für 2009 nach unten. BWT und Mayr-Melnhof lagen mit ihren
Zahlen unter unseren Erwartungen. Wienerberger konnte unsere bereits sehr tief angesetzten
Erwartungen erfüllen. An der Österreichischen Post geht die Finanzkrise offenbar
relativ spurlos vorbei, der Ausblick für heuer wurde sogar um einen Hauch nach oben
gesetzt. Intercell legte Quartalszahlen ohne größere Überraschungen vor, hier wartet man
jetzt natürlich auf die Marktzulassung des Japan Enzephalitis Impfstoffs. Beim Capital
Markets Day der CA Immo und CA Immo Int. konnte das Unternehmen klar unter Beweis
stellen, dass es ein absolut solide geführtes Unternehmen ist, das auch die aktuelle
Finanzkrise ohne gröbere Einschnitte überstehen wird. In der nächsten Woche berichten
mit Kapsch, Sparkassen Immo, Flughafen Wien, voestalpine, SBO, CWT und Semperit
noch einige interessante Unternehmen Quartalszahlen. Dennoch, mit positiven Überraschungen
ist im aktuellen Umfeld wohl nur kaum zu rechnen.
Wir bestätigen unsere in der letzten Woche dargelegte Meinung, dass sich der ATX nun
in einer volatilen Bodenbildungsphase in einer breiten Range von rund 1.700 - 2.200
Punkten befindet. Die Situation bleibt allerdings sehr fragil und die Nervosität bleibt
ebenso hoch. Ein schnelles Aufholen des Abschwungs von zuletzt wird es aufgrund der
ausgeprägten konjunkturellen Schwäche wohl nicht geben, auf einen gewissen Rebound
zum Jahresende hin würden wir allerdings nach wie vor hoffen.