ATX: An der Wr. Börse gibt es derzeit nichts zu beschönigen
An der Wr. Börse gibt es derzeit nichts zu beschönigen, der ATX ist weiter
ungestoppt auf Talfahrt - diese Woche -7,5%. Damit wurden leider neue Tiefststände
erreicht, was charttechnisch alles andere als positiv zu werten ist. Die Stimmung
sinkt immer tiefer und leider werden wir im Zuge der Q3-Berichtssaison noch
viele negative Nachrichten hören, da die wirtschaftlichen Aussichten sich zuletzt
rapide verschlechtert haben. Gewinner der Woche (immerhin gibt es welche!) waren
v.a. defensive Werte wie bwin (+3,4%), Telekom Austria (+2,9%) und Flughafen
Wien (+2,8%). Bei den Verlierern standen Öl- und Finanzwerte ganz oben: SBO
-19,2%, Erste Group -17,0% und VIG -15,5%. Die Unternehmensergebnisse diese
Woche waren noch gut, Verbund konnte wiederum mit einem sehr guten Q3-
Ergebnis glänzen. AT&S lieferte ein noch gutes Q2-Ergebnis ab, kündigte allerdings
schon Restrukturierungskosten für heuer und ein schwaches nächstes Jahr
an. Auch die Privatisierung der AUA ist nicht dazu angetan, die Stimmung zu
heben, da die Lufthansa nur bei einem sehr geringen Kaufpreis Interesse haben
dürfte und alle anderen Bieter derzeit passen. Immofinanz dürfte - trotz HVBeschluss
- nun doch die EUR 0,40 Dividende ausfallen lassen. Dies hat der neue
Vorstandssprecher Kleibl angekündigt. Diese Maßnahme soll die Liquidität des
Unternehmens absichern. Als eine der ganz wenigen positiven Meldungen in dieser
Woche konnte Andritz einen weiterhin positiven Ausblick präsentieren. Das Unternehmen
ist wirklich qualitativ extrem hochwertig, weshalb wir hier - trotz widriger
Marktlage - eine neue Kaufempfehlung ausgesprochen haben.
Wie sieht nun der kurzfristige Ausblick aus? Leider nicht gut - wir erwarten eine
Vielzahl an vorsichtigen Ausblicken seitens der Unternehmen in der gerade angelaufenen
Berichtssaison und die weitere wirtschaftliche Abkühlung dürfte offensichtlicher
werden. Aktionäre werden sich in den nächsten Wochen - nicht nur wetterbedingt
- noch warm anziehen müssen, sofern nicht EZB und/oder die int. Staatengemeinschaft
neue signifikante Maßnahmen setzen.