Fundamentale Stärke
Aufgrund der aktuellen Kreditmarktkrise haben wir die Finanzierungsstruktur von
Andritz näher beleuchtet. Aus den Daten lassen sich kaum Liquiditätsrisiken erkennen,
da Andritz den Großteil des kurzfristigen Geschäfts aus Anzahlungen finanziert und die
langfristige Finanzierung bis 2013 gesichert ist. Außerdem sind die hohe
Nettocashposition von EUR 366.4 mn und die stabile Profitabilität positive Faktoren für
Andritz’s Finanzierungsbasis.
Für das laufende Geschäftsjahr haben wir außer der Akquisition von Kufferath
(Papier- und Zellstoffdienstleister) keine Änderungen in unseren Schätzungen
vorgenommen. Für 2009e rechnen wir durch die aktuelle Finanzmarktkrise und die
revidierten BIP Wachstumsschätzungen mit Umsatzrückgängen im Papier- und
Zellstoff- sowie im Stahlsegment. Für den weniger zyklischen Wasserkraftbereich gehen
wir weiterhin von leichten Umsatzsteigerungen aus, da dies auch basierend auf dem
aktuellen Auftragsstand realistisch erscheint.
+ Wachsender Umsatzanteil bei erneuerbarer Energie (u.a. Wasserkraft)
+ Starkes Exposure zu Infrastrukturprojekten in Emerging Markets, insbesondere Asien
und Südamerika
+ Durch steigende Bedeutung des Service Bereichs wird Margenverbesserung erwartet
+ Relativ stabile Profitabilitätsentwicklung auch in wirtschaftlich schwachen Phasen
+ Vergangene Integrationserfolge nach Akquisitionen lassen auf schnelle Eingliederung
der jüngsten Zukäufe schließen
- Steigende Finanzierungskosten und generelle Wachstumsverlangsamung wird sich
negativ auf Nachfrage auswirken
- Die langen Projektlaufzeiten können zu Kostenüberschreitungen führen
Bewertung und Empfehlung:
Aufgrund stark gesunkener Marktbewertungen senken wir
unser Kursziel auf 35.0 (von EUR 43.5), sehen aber Andritz als immer noch klar
unterbewertet und bestätigen daher unsere „Kauf“ Empfehlung.