Erste Bank erwartet nun steigende Kurse
Die Entwicklung des ATX in der abgelaufenen Woche stand wieder einmal ganz im
Zeichen der Geschehnisse auf den internationalen Finanzmärkten, und die hatten einiges
zu bieten. Gleich zu Beginn der Woche, am Montag vor Handelsbeginn, wurde bekannt,
dass Lehman Brothers insolvent ist. Es folgte der Notverkauf von Merrill Lynch an die
Bank of America und die drohende Pleite des größten amerikanischen Versicherers AIG.
Zu Mitte der Woche verdichteten sich die Anzeichen, dass auch die zwei verbliebenen
großen amerikanischen Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs (trotz
teilweiser guter Quartalsergebnisse) in ärgster Bedrängnis wären. Bis Donnerstag verlor
der ATX rund 11,5%. Ein Niveau von unter 2.900 Punkten hatten wir zuletzt Mitte 2005.
Am heutigen Freitag gab es allerdings dann doch einen Hoffnungsschimmer, und zwar
ausgerechnet aus den USA. Dort arbeiten Finanzminister Paulson und Notenbankchef
Bernanke nun an einer Auffanglösung für die gesamte amerikanische Finanzbranche.
Das Resultat waren sehr gute Vorgaben aus den USA und stark steigende Kurse auch in
Europa. Vor allem die Finanztitel zeigten sich deutlich erholt. Zu berücksichtigen ist aber
auch, dass heute Hexensabbat (Verfallstag von Optionen und Futures) war. Und es
scheint so, als ob auch einige Short-Positionen geschlossen werden mussten. Von den
ATX Werten berichtete in dieser Woche nur Zumtobel, und deren Ergebnisse lagen leicht
über unseren Erwartungen. Dass dies nicht einmal eine untergeordnete Rolle spielte,
muss hier nicht erwähnt werden. Klarer Verlierer der Woche war die voestalpine, die
25,0% ihres Werts verlor. Gründe dafür waren neben der schlechten Performance des
Sektors wohl auch der immer skeptischer gesehene Refinanzierungsbedarfs des Unternehmens.
Dahinter folgten die Finanzunternehmen Vienna Insurance Group und Raiffeisen
International mit -17,7% bzw. -16,6%. Auf der Gewinnerseite standen diesmal nur
Wienerberger und RHI mit marginalen Zuwächsen. In der nächsten Woche wird sich von
Unternehmensseite nicht viel tun, was allerdings nicht heißt, dass sich nichts tun wird.
Wir verfolgen gespannt die Bemühungen der Amerikaner, die bereits oben erwähnte
geplante Auffanglösung umzusetzen. Denn dies könnte tatsächlich bedeuten, dass wir
nun den Boden gesehen haben. Auch wenn wir davon ausgehen, dass es noch die eine
oder andere negative Meldung von anderen Märkten geben wird, das Hauptaugenmerk
liegt weiterhin auf Amerika. Darum sind wir optimistisch und rechnen wieder mit steigenden
Kursen.