ATX ist nichts für schwache Nerven
Die Wiener Börse hat eine weitere sehr schwache Woche hinter sich, wobei der Großteil
des Rückgangs noch vom Freitag der Vorwoche stammt. Hier dominierten noch negative
Nachrichten von seiten der Finanzkrise das Geschehen und sorgten für einen weiteren
Ausverkauf von Aktien. Im Laufe der Woche beruhigte sich das Geschehen etwas,
nachdem nach und nach US-Banken mit Zahlen aufwarten, die zwar alles andere als gut
waren, jedoch - zumindest derzeit - keine weiteren Katastrophen beinhalten. Wochengewinner
war die Aktie der Erste Bank mit +9,4%, wobei hier die Q2-Zahlen erst in der
übernächsten Woche präsentiert werden. Weiters deutlich im Plus lagen bwin und
Wienerberger, wobei letztere damit einen kleinen Teil der massiven Verluste der Vorwoche
wieder aufholen konnte. Unter den Verlierern der Woche lagen Intercell und RHI, zwei
unserer Kaufempfehlungen, die sich bis zuletzt sehr gut gehalten haben, was wahrscheinlich
genau der Grund für den jetzigen Rückgang war. In der nächsten Woche stehen keine
wesentlichen Unternehmenskennzahlen auf der Agenda, einzig AT&S, KTM und Wolford
werden Zahlen präsentieren. Weiters finden die a.o. Hauptversammlungen von Immofinanz
und Immoeast statt, wo der Rückkauf des Management Teams von der Constantia
Privatbank beschlossen werden soll. Damit wird das Hauptaugenmerk eindeutig auf den
Ergebnissen der US-Berichtssaison liegen. Wir haben diese Woche in einem Spezialkommentar
zur Lage an den Märkten unsere aktuelle Einschätzung im Detail dargelegt.
Für Langfristanleger besteht aus unserer Sicht allerdings kein Zweifel daran, dass wir
aktuell eher Kauf- als Verkaufskurse sehen. Natürlich wird der Markt weiter volatil bleiben
und natürlich werden nochmals Rückschläge kommen, was sicherlich nichts für schwache
Nerven ist. Wir würden jetzt keine übereilten Panikverkäufe tätigen, sondern eher
Schnäppchen am Markt aufsammeln - Vienna Insurance Group, Raiffeisen Int., EVN,
Intercell und die Österr. Post erscheinen u.a. derzeit im besonderen interessant.