ATX: Tief kann nicht weit entfernt sein
Neuerlich aufkommende Befürchtungen bezüglich des Ausblicks im Bankensektor, der
nach wie vor sehr hohe Ölpreis und die damit verbundenen Inflations- und Konjunkturängste
schickten den ATX einmal mehr auf Talfahrt, am Ende stand ein Minus von 4,9% auf
Wochensicht zu Buche. Das negative Highlight der Woche war sicherlich die Wienerberger
Aktie, die nach der überraschenden Gewinnwarnung am Donnerstag um insgesamt
25,6% einbrach. Im zweiten Quartal musste man Umsatzrückgänge hinnehmen, für das
Halbjahr rechne man daher mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses in Höhe von
10%, was alleine ja noch keine Katastrophe ist, wäre da nicht der schlechte Ausblick.
Zumtobel verlor nach negativen Analystenempfehlungen ebenfalls kräftig und zwar um
mehr als 10%. Sehr schwach waren auch SBO, Post und EVN, jedoch ohne bedeutenden
Newsflow. Der einzige Gewinner der Woche war RHI mit einem satten Plus von 7,7%.
Halbwegs stabil schloss die Intercell, deren Übernahme von Iomai weiter vorankommt. Von
Unternehmensseite gab es in dieser Woche nur die Quartalszahlen von Agrana, die
ebenfalls schlecht und mit einer Gewinnwarnung verbunden waren. Ansonsten gibt es
nicht viel zu berichten. In der nächsten Woche gibt es dann das Trading Statement der
OMV. Dividendenzahlungen erwarten wir von Do&Co (EUR 0,15) und Kapsch TrafficCom
(EUR 0,90). Die Frage, wie es weitergeht, ist schwer zu beantworten und natürlich vom
Ölpreis mit abhängig. Die letzten Tage waren von hoher Volatilität gekennzeichnet. Ob
allerdings die Talsohle schon erreicht ist, bleibt unsicher. Unserer Meinung nach kann das
Tief allerdings nicht weit entfernt sein. Das KGV des ATX auf Basis 2008 ist schon jetzt
einstellig, was historisch gesehen jeweils die Untergrenze markiert hat. Weitere Details
folgend nächste Woche, wo wir in einer Pressekonferenz den Ausblick zum 2. Halbjahr
- Aktien International und Wiener Börse - präsentieren.