BAWAG will Irland-Übernahme in Q4 2026 oder Q1 2027 abschließen
Für Finanzierung der PTSB-Übernahme wird Dividendenpolitik
"vorübergehend angepasst", Ausschüttungshöhe soll gleich
bleiben - PTSB-Hauptversammlung muss Komplettübernahme noch
zustimmen
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Titel, Untertitel geändert, Zitate BAWAG-Finanzvorstand (Lead, 3. Absatz), weitere Details (3. und 4. Absatz)
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Die BAWAG will die Übernahme der irischen Bank PTSB
im vierten Quartal 2026 oder ersten Quartal 2027 abschließen. Die
Bank hat sich bereits 57,5 Prozent der PTSB-Anteile, die das irische
Finanzministerium hält, gesichert. Bei der Hauptversammlung der
irischen Bank im Juli brauche man insgesamt 75 Prozent Zustimmung
der anwesenden Aktionäre, um das Finanzinstitut komplett übernehmen
zu können, sagte BAWAG-Finanzvorstand Enver Sirucic bei einem
Mediengespräch.
Nach der Zustimmung der PTSB-Aktionäre müssen noch die
Aufsichtsbehörden grünes Licht geben. Die BAWAG will die Übernahme
der irischen Bank vollständig durch Kapitalmanagementmaßnahmen
selbst finanzieren, die Komplettübernahme würde 1,6 Mrd. Euro
kosten. Für 2026 will die Bank "vorübergehend" die Dividendenpolitik
anpassen und den Gewinn des ersten Halbjahres nicht ausschütten.
BAWAG-Dividendenhöhe soll sich nicht wesentlich ändern
Damit sei das maximale Dividendenpotenzial auf die Gewinne des
zweiten Halbjahres von etwa 500 Mio. Euro beschränkt, diesen Gewinn
könne man aber bis zu 100 Prozent ausschütten, sagte der
BAWAG-Finanzvorstand am Dienstag vor Journalisten. Dadurch werde
sich die Ausschüttungshöhe voraussichtlich nicht wesentlich ändern.
Morgen, Mittwoch, soll auf der BAWAG-Hauptversammlung eine
Rekorddividende von 6,25 Euro je Aktie beschlossen werden. Das
heimische Finanzinstitut erwartet, dass die geplante Übernahme der
irischen PTSB bis 2028 einen Nettogewinn von über 250 Mio. Euro
bewirken würde.
Für das laufende Geschäftsjahr meldete die BAWAG erneut einen
Gewinnanstieg. Der Nettozinsertrag erhöhte sich um 8 Prozent auf
480,2 Mio. Euro, der Provisionsüberschuss zog um 11 Prozent auf 98,7
Mio. Euro an. Der Nettogewinn kletterte um 16 Prozent auf 232,3 Mio.
Euro. Der zuletzt erfolgte Zukauf der niederländischen Knab Bank
sowie das deutsche Privatkundengeschäft von Barclays stützten das
Gewinnwachstum.
BAWAG-Chef: "Starker Start" ins neue Geschäftsjahr
"Wir hatten einen starken Start ins Jahr 2026", kommentierte
BAWAG-Chef Anas Abuzaakouk die aktuellen Quartalszahlen in einer
Aussendung. Man profitiere von den in "den vergangenen Jahren
getätigten Investitionen in den Aufbau einer paneuropäischen und
U.S.-amerikanischen Bankengruppe". Nach erfolgreichem Abschluss der
PTSB-Übernahme in Irland würde die BAWAG Gruppe nach eigenen Angaben
über 100 Mrd. Euro an Gesamtaktiva verfügen und mehr als fünf
Millionen Kunden in sieben Ländern betreuen. Derzeit hat die Bank
über 4 Millionen Kunden.
Die operativen Aufwendungen der Bank sanken im Jahresvergleich um
5 Prozent auf 188 Mio. Euro. Dies sei "auf kontinuierliche
Effizienzmaßnahmen und Synergierealisierung in der gesamten Gruppe
zurückzuführen", hieß es vom Geldhaus. Die Risikokosten stiegen von
59 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf nun 65 Mio. Euro. Die Quote
notleidender Kredite (NPL) betrug im Jahresvergleich unverändert 0,8
Prozent.
cri/tpo
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