Österreichischen Post verzeichnete 2011 eine Steigerung um 7,3% auf 168,3 Mio
EUR. Die EBIT-Marge beträgt 7,2%.
Im Berichtszeitraum erzielten die Divisionen im operativen Geschäft eine
Ergebnisverbesserung. So verzeichnete die Division Brief eine EBIT-Steigerung
auf 295,7 Mio EUR, und auch die Division Filialnetz konnte den
Restrukturierungspfad fortsetzen und das Jahr 2011 mit einem EBIT von minus 17,8
Mio EUR abschließen, was nach minus 30,8 Mio EUR im Vergleichszeitraum des
Vorjahres eine deutliche Verbesserung bedeutet.
Das ausgewiesene EBIT der Division Paket & Logistik betrug im Jahr 2011 minus
28,3 Mio EUR. Darin inkludiert sind allerdings auch Wertberichtigungen
(Impairments) von Firmenwerten und Sachanlagen in Höhe von 16,8 Mio EUR sowie
Strukturmaßnahmen und Entkonsolidierungseffekte in Höhe von 22,0 Mio EUR bzw.
3,3 Mio EUR. Die angeführten Aufwendungen fielen größtenteils im Rahmen der
Restrukturierung sowie der Verwertung der Tochtergesellschaften in Belgien und
den Niederlanden an. Der im vierten Quartal gestartete Verwertungsprozess führte
dazu, dass das Vermögen und die Schulden dieser Tochtergesellschaften als
Veräußerungsgruppe (Held for Sale) erfasst wurden. Die gemäß IFRS 5
erforderliche Bewertung führte zu Wertminderungen und Vorsorgen, die in den
ausgewiesenen Strukturmaßnahmen enthalten sind. Auf vergleichbarer operativer
Basis - ohne Strukturmaßnahmen und Wertberichtigungen - erhöhte sich das EBIT
der Division Paket & Logistik um 9,3% auf 13,8 Mio EUR.
Im Bereich Corporate hat sich das EBIT von minus 57,7 Mio EUR in 2010 auf minus
81,3 Mio EUR reduziert. Diese Differenz ist auf höhere Einnahmen aus
Immobilienverkäufen im Geschäftsjahr 2010 sowie höhere Abschreibungen in der
aktuellen Berichtsperiode zurückzuführen. Darüber hinaus enthält der Bereich
Corporate Aufwendungen zentraler Abteilungen sowie Veränderungen von
Personalrückstellungen und Restrukturierungen.
Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 9,7% auf 163,1 Mio EUR. Nach Abzug von
Steuern im Ausmaß von 39,3 Mio EUR ergibt sich ein Periodenergebnis (Ergebnis
nach Steuern) von 123,8 Mio EUR. Dies entspricht einem Ergebnis pro Aktie von
1,83 EUR für das Geschäftsjahr 2011 nach 1,75 EUR in 2010 (+4,6%).
CASHFLOW
Der Cashflow aus dem Ergebnis 2011 lag mit 248,6 Mio EUR signifikant über dem
Vergleichswert des Vorjahres. Das verbesserte Ergebnis, geringere
Steuerzahlungen als im Vergleichszeitraum und höhere sonstige,
zahlungsunwirksame Vorgänge haben dazu beigetragen. Der Cashflow aus der
Geschäftstätigkeit konnte um 27,6% auf 228,2 Mio EUR gesteigert werden.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit von minus 65,8 Mio EUR beinhaltet
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) in Höhe von 73,8 Mio EUR
sowie Erlöse aus Anlageverkäufen von 23,9 Mio EUR. Der ausgewiesene Free
Cashflow lag mit 162,5 Mio EUR um 5,8% über dem Vergleichswert des Vorjahres.
MITARBEITER
Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitkräfte) des
Österreichischen Post Konzerns verringerte sich im Berichtszeitraum gegenüber
dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 2,8% oder 673 Mitarbeiter auf nunmehr
23.369. Dabei war in allen Divisionen außer Paket & Logistik ein Rückgang an
Mitarbeitern zu verzeichnen. Der weitaus größte Teil der Konzernmitarbeiter (in
Vollzeitkräften) ist in der Österreichischen Post AG beschäftigt (19.907). Rund
3.500 Mitarbeiter arbeiten in den Tochtergesellschaften.
AUSBLICK 2012
Für das Jahr 2012 geht die Österreichische Post davon aus, dass die
Geschäftsentwicklung auch weiterhin von zwei wesentlichen Faktoren beeinflusst
wird: der strukturellen Veränderung des Briefgeschäfts und der allgemeinen
Wirtschaftslage. Vor diesem Hintergrund erwartet das Unternehmen - nach dem
starken Umsatzanstieg von 4,2% im Jahr 2011 - für das Geschäftsjahr 2012 auf
vergleichbarer Basis eine stabile bis leicht positive Entwicklung des
Konzernumsatzes. Das mittelfristige Wachstumsziel von 1-2% pro Jahr bleibt
aufrecht.
Die strukturelle Veränderung manifestiert sich im stetigen Rückgang der
Sendungsvolumina in der adressierten Briefpost. Dem internationalen Trend
folgend, ist in Österreich auch weiterhin von einem Rückgang zwischen 3% und 5%
pro Jahr auszugehen. Demgegenüber sorgt der weiter zunehmende Internet-Handel
für anhaltendes Wachstum bei den transportierten Paketmengen - insbesondere im
Privatkundensegment.
Die gedämpften Konjunkturprognosen für das Jahr 2012 könnten sich zwar auf ein
zurückhaltendes Konsumverhalten der Verbraucher, aber auch der Werbewirtschaft
auswirken. Die Österreichische Post rechnet allerdings damit, dass die Werbepost
- als effizientestes Werbe-Tool - ihren Platz im Marketing-Mix der Unternehmen
behaupten kann. Vor diesem Hintergrund geht der Konzern auch für 2012 davon aus,
dass es gelingt, den strategischen Kurs zu halten und die operativen Ziele auch
in einem schwierigen Marktumfeld zu erreichen.
Ein Fokus des Konzerns liegt auf der Profitabilität der erbrachten Leistungen,
insbesondere bei Geschäften die bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben
sind. Für die nachhaltige Ergebnisentwicklung der Österreichischen Post gilt
weiterhin die Zielbandbreite einer EBITDA-Marge von 10-12%. Auch eine weitere
Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird angestrebt.
Der erwirtschaftete operative Cashflow wird umsichtig und zielgerichtet für
nachhaltige Effizienzsteigerungen, Strukturmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen
eingesetzt werden. Für das Jahr 2012 sind Anlageninvestitionen in der
Größenordnung von 80-90 Mio EUR vorgesehen. Diese dienen einerseits als
Ersatzinvestitionen für bestehende Anlagen und andererseits zur stetigen
Modernisierung und Effizienzsteigerung - etwa durch neue Sortiertechnik für
Werbesendungen. Zur Abrundung und Absicherung des Kerngeschäftes sind nationale
und internationale Akquisitionen möglich. Aktuell sind jedoch keine großen
Zukäufe geplant.
Für das Geschäftsjahr 2011 wird der Vorstand der Österreichischen Post der
nächsten Hauptversammlung am 17. April 2012 die Ausschüttung einer Dividende von
1,70 EUR je Aktie vorschlagen. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur und
der Erwirtschaftung entsprechender Cashflows soll die bestehende attraktive
Dividendenpolitik auch weiterhin fortgesetzt werden: Die Österreichische Post
möchte zumindest 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausschütten. Unter
der Voraussetzung einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung soll sich die
Dividende mit dem Konzernergebnis weiterentwickeln.
GESCHÄFTSVERLAUF DER DIVISIONEN
DIVISION BRIEF
Der Außenumsatz der Division Brief erhöhte sich auf vergleichbarer Basis 2011 um
4,4% bzw. 56,3 Mio EUR. Im Geschäftsfeld Briefpost konnte der Umsatz im
Periodenvergleich um 4,5% auf 755,6 Mio EUR verbessert werden. Der anhaltenden
Substitution von Briefen durch elektronische Medien wirkten positive Effekte
entgegen, wie etwa eine Volumenumschichtung von Paket- zu Briefdienstleistungen
im Internethandel, Umsatzzuwächse im Bereich Mail-Solutions sowie das seit Mai
2011 grundsätzlich neu gestaltete Produkt- und Markensortiment. Die nunmehr
mögliche Differenzierung zwischen einem "Premium"- und einem "Economy"-Produkt
bietet für Business-Kunden mehr Wahlmöglichkeiten in der Zustellgeschwindigkeit.
Der überwiegende Teil der Kunden hat sich 2011 für "Premium" entschieden.
Im Geschäftsfeld Infomail (adressierte und unadressierte Werbesendungen) erhöhte
sich der Umsatz 2011 auf vergleichbarer Basis um 4,9% bzw. 21,3 Mio EUR und
zeigt damit, dass sich die Werbewirtschaft 2011 solide entwickelte. Innovative
Lösungen wie etwa individualisierte Werbesendungen wurden vom Markt gut
aufgenommen.
Der Umsatz im Geschäftsfeld Medienpost nahm 2011 mit einem Plus von 1,7% auf
137,7 Mio EUR ebenfalls leicht zu.
In Summe verbessert sich das EBITDA der Division Brief in der Berichtsperiode
auf 322,8 Mio EUR. Automations- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen resultierten
2011 in einer sehr deutlichen Kostendisziplin. Damit gelang es, das EBIT der
Division Brief auf 295,7 Mio EUR zu verbessern.
DIVISION PAKET & LOGISTIK
Der Außenumsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich 2011 um 5,6% auf
846,5 Mio EUR. Bei anhaltendem Preisdruck konnte dabei eine Zunahme des
Paketvolumens sowohl bei Privaten durch eine Steigerung im Internet-Handel wie
auch bei Geschäftskunden erzielt werden. Der Umsatz im Produktsegment Standard
Paket, das vorrangig für Sendungen an Privatkunden genutzt wird, verzeichnete
auch 2011 ein stetiges Wachstum - und zwar um 3,8% auf 166,8 Mio EUR.
Mit dem Produktsegment Premium Paket (Paketzustellung innerhalb von 24 Stunden),
das hauptsächlich im Business-to-Business-Bereich Anwendung findet, erzielte die
Division Paket & Logistik 2011 eine Umsatzsteigerung um 4,7% auf 659,9 Mio EUR.
Davon entfielen rund 60% auf die deutsche Tochtergesellschaft trans-o-flex. Sehr
positiv entwickelte sich das Volumen an Geschäftskundenpaketen auch weiterhin in
Österreich sowie in Südost-/Osteuropa. In Belgien und den Niederlanden wurden
zwar Zuwächse verzeichnet, die negative Ergebnissituation der betroffenen
Tochtergesellschaften konnte aber trotz dieser Umsatzsteigerung nicht verbessert
werden. Deshalb leitete die Österreichische Post Ende 2011 umfangreiche
Strukturmaßnahmen ein, um eine neue Logistiklösung für diese Region zu schaffen.
Das ausgewiesene EBIT der Division Paket & Logistik betrug im Jahr 2011 minus
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March 15, 2012 02:31 ET (06:31 GMT)