Mayr-Melnhof machte 2025 weniger Umsatz und Gewinn
Schwache Konsumnachfrage und Überkapazitäten in Europa - 2026
herausforderndes Umfeld erwartet, Dividende soll dennoch
erhöht werden
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Durchgehend mehr Details und Aussagen des Vorstands nach der Telefonkonferenz
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Der Kartonhersteller Mayr-Melnhof hat im
Geschäftsjahr 2025 weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Unterm Strich
blieb aufgrund eines höheren Steueraufwandes ein Jahresüberschuss
von 77,0 Mio. Euro, das waren 30,3 Prozent weniger als im Jahr
davor. Vor Steuern zog der Gewinn um 27,4 Prozent auf 145,7 Mio.
Euro an. Das Plus sei vor allem auf Erlöse aus dem Verkauf der Tann
Gruppe zurückzuführen gewesen. Der Umsatz sank um 4,8 Prozent auf
3,9 Mrd. Euro.
Die bereinigte Operating Margin stieg im Jahresvergleich von 4,7
auf 5,0 Prozent. Einen Anstieg habe es in der Sparte Pharma &
Healthcare Packaging gegeben, während Food & Premium Packaging
stabil geblieben sei. Die Division Board & Paper habe sich zudem
wegen Kosteneinsparungen besser entwickelt, das Ertragsniveau sei
jedoch weiterhin "unbefriedigend".
Das bereinigte betriebliche Ergebnis lag bei 195,4 Mio. Euro, das
war ein Plus von 2,8 Prozent zum Jahr 2024. Im Geschäftsjahr 2025
fielen Einmaleffekte in Höhe von 25,6 Mio. Euro an. Darin enthalten
war der Ertrag aus dem Verkauf der Tann Gruppe von 125,1 Mio. Euro.
Dem standen ein Wertminderungsbedarf für Vermögenswerte bei Board &
Paper von 70,5 Mio. Euro und Aufwendungen aus dem
Transformationsprogramm von 29,0 Mio. Euro gegenüber.
Herausforderndes Marktumfeld
Firmenchef Peter Oswald sprach in einer Aussendung am Dienstag
von einem "herausfordernden Marktumfeld, das durch anhaltend
schwache Konsumnachfrage und Überkapazitäten in der europäischen
Branche geprägt war". Das Unternehmen müsse die Ertragskraft und
Wettbewerbsfähigkeit strukturell stärken, daher sei das
Transformationsprogramm "Fit-For-Future" beschleunigt worden. 2025
habe das Programm 70 Mio. Euro zum bereinigten betrieblichen
Ergebnis beigetragen.
2027 soll das Programm eine Ergebnissteigerung von über 250 Mio.
Euro gegenüber 2024 (exkl. Tann) - unter Ausschluss marktbedingter
Effekte - bringen. Bisher war lediglich mit einer Steigerung um mehr
als 150 Mio. Euro gerechnet worden. Oswald verwies in einer
Telefonkonferenz darauf, dass geplante Projekte des Programms
mittlerweile besser ausgereift wären und sich daraus nun ein
optimistischeres Bild ergebe.
Ausblick 2026
Für 2026 rechnet das Management weiterhin mit herausfordernden
Umständen. "Ein verhaltener Privatkonsum in Europa, geopolitische
Unsicherheiten sowie anhaltende Überkapazitäten im Karton- und
Papierbereich prägen weiterhin das Marktumfeld", heißt es in der
Aussendung. Auch die steigenden Energiepreise machen dem Unternehmen
zu schaffen. Oswald rechnet zumindest im ersten und zweiten Quartal
mit negativen Auswirkungen auf das Geschäft. Gleichzeitig könnten
die hohen Energiepreise einige Konkurrenten dazu bewegen,
Kapazitäten herunterzufahren, was wiederum positiv wäre, sagte der
CEO. Eine Weitergabe der Energiekosten an Kunden sei nur teilweise
möglich.
Die Entwicklung rund um den Iran-Krieg beobachte das Unternehmen
sehr genau. Mayr-Melnhof hat in der Region zwei Werke für die Sparte
Food & Premium Packaging. Diese tragen rund 2 Prozent zum
Konzernumsatz bei. "Mit Betriebsunterbrechungen muss gerechnet
werden", hieß es vom Unternehmen.
Trotz allem Gegenwind bleibt das Management zuversichtlich für
die Zukunft. Mayr-Melnhof befinde sich im Branchenvergleich in einer
guten Marktposition und habe eine starke Kapitalbasis. Im laufenden
Jahr will Mayr-Melnhof rund 250 Mio. Euro in die Stärkung der
Wettbewerbsposition und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer
Energien investieren. Die Dividende für das Geschäftsjahr soll auf
2,0 Euro je Aktie angehoben werden. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde
eine Dividende von 1,80 Euro ausgeschüttet.
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