voestalpine mit kräftigem Gewinnzuwachs
Ergebnis nach Steuern erhöhte sich in den ersten drei
Quartalen 2025/26 um ein Viertel auf 259 Mio. Euro - Umsatz
sank auf 11,1 Mrd. Euro - Personalstand um 3,8 Prozent gekappt
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Zusammenfassung mit weiteren Informationen und Zitaten aus der Pressekonferenz
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Der Stahlkonzern voestalpine stemmt sich mit
umfassenden Umstrukturierungen gegen die schwache Konjunktur, die
Autokrise in Europa und US-Zölle. Dabei legte der Gewinn nach
Steuern in den ersten drei Quartalen 2025/26 gegenüber dem Vorjahr
um 25,1 Prozent auf 259 Mio. Euro zu, wie das Unternehmen
bekanntgab. Der Umsatz sank aufgrund der Reorganisationsmaßnahmen um
5,1 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro. Der Personalstand wurde um 3,8
Prozent auf 48.700 Beschäftigte gekürzt.
"Wir haben in den ersten drei Quartalen ein sehr solides Ergebnis
in einem herausfordernden Umfeld erreichen können", sagte
Konzernchef Herbert Eibensteiner am Mittwoch in einer
Online-Pressekonferenz. Zwei Drittel des um 600 Mio. Euro
niedrigeren Konzernumsatzes seien auf niedrigere Preise
zurückzuführen, erklärte Finanzvorstand Gerald Mayer. Weiters
wirkten sich "Zollthemen und Wechselkursthemen" aus.
US-Zölle kosten Jobs in der Steiermark
Alleine die unter Präsident Donald Trump erhöhten US-Zölle
belasten die voestalpine laut Finanzvorstand Gerald Mayer mit "einem
höheren zweistelligen Millionenbetrag". "Auf der einen Seite zahlen
wir Zölle, auf der anderen Seite verlieren wir Aufträge", sagte der
CFO zur APA. Das kostet Jobs, auch in der Steiermark. Davon
betroffen sind Böhler Bleche in Mürzzuschlag und das Werk in
Kindberg.
"In Kindberg müssen wir Mitarbeiter reduzieren, das ist eine
Auswirkung der US-Zölle", erklärte Mayer. "In Brasilien haben wir
eine ganz ähnliche Situation." Die Stellenstreichungen sind noch im
Gange. "Wir gehen davon aus, dass ein Großteil im nächsten Quartal
und vielleicht etwas länger abgebaut sein wird", sagte Eibensteiner
zur APA.
In der Steiermark seien in Summe - in beiden Bereichen - 340
Beschäftigte "in Sozialplänen", so der voestalpine-Chef mit Blick
auf den Personalabbau an den Standorten Kindberg und Mürzzuschlag.
"In Brasilien haben wir circa 100 Mitarbeiter reduziert - es wird
nicht viel dazukommen", ergänzte Mayer.
Umstrukturierung läuft
Die voestalpine arbeite "sehr konsequent an der Reorganisation",
so Eibensteiner. Der größere Teil sollte bis zum Ende des laufenden
Geschäftsjahres 2025/26, also Ende März, umgesetzt sein. "Wir
arbeiten auch intensiv an Portfoliooptimierungen - der Fokus ist auf
Effizienz", fügte der CEO hinzu.
Mit den Kapazitätsanpassungen der voestalpine Böhler Bleche im
obersteirischen Mürzzuschlag, dem erst kürzlich unterschriebenen
Verkauf der voestalpine Böhler Profil mit rund 150 Beschäftigten und
Sitz im niederösterreichischen Bruckbach an den US-Konzern Kadant,
der bereits vor eineinhalb Jahren erfolgten Veräußerung der Buderus
Edelstahl im deutschen Wetzlar an den deutschen Finanzinvestor
Mutares und Standortkonsolidierungen außerhalb Österreichs ist die
Portfoliobereinigung innerhalb der High Performance Metals Division
den Konzernangaben zufolge großteils abgeschlossen. Der
Konzernbereich konzentriere sein Produktportfolio auf das
technologisch anspruchsvolle Segment der Hochleistungswerkstoffe.
Probleme im Automotive-Sektor
Nach wie vor Probleme bereitet der Automotive-Components-Sektor.
"Im Bereich der Autoteile - vor allem in Europa - sehen wir doch
eine sehr niedrige Nachfrage", räumte Eibensteiner ein. Dort werden
die laufenden Maßnahmen laut voestalpine weiter konsequent
umgesetzt.
Unverändert positiv hätten sich hingegen etwa die Bereiche
Bahninfrastruktur, Luftfahrt und Hochregallager entwickelt. Hier
strich der Voest-Chef die Beteiligung am "Jahrhundertprojekt
Koralmbahn" hervor. Mit 35 Kilometern Länge sei der Tunnel einer der
größten der Welt. "Wir haben dort 290 Kilometer Schienen geliefert
und 235 Weichen eingebaut", so Eibensteiner.
Expansion in Indien
Auf niedrigem Niveau stabil entwickelten sich der Maschinenbau
und die Bauindustrie, so der CEO. Hier realisiere das Unternehmen
"internationale Wachstumsprojekte". "Auch in Indien wollen wir uns
in den nächsten Jahren verstärken", kündigte Eibensteiner an.
In Indien betreibt die Voest den Angaben zufolge derzeit fünf
Produktionsstandorte mit etwa 1.000 Beschäftigten und rund 200 Mio.
Euro Jahresumsatz. In einem Werk der Railway Systems Division will
der Konzern "die Engineering- und Designkompetenzen ausbauen".
Weiters errichte die voestalpine dort ihr erstes Werk für die
Produktion von Spezialrohr- und Profilprodukten. "Wir sind in
Planung eines Werks in Indien für diese Rohre und Profile", sagte
der Konzernchef. Zunächst werde eine Halle mit 15.000 bis 16.000
Quadratmetern gebaut und Maschinen hingestellt. "Meistens ist so ein
Werk in drei bis fünf Jahren sehr gut gefüllt", erwartet der CEO.
Das Unternehmen will sich dort - "wie im Rest der Welt" - mit
hochqualitativen Produkten etablieren.
Jahresziele unverändert
Die Guidance für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende
März) bleibt unverändert: Trotz anhaltend hoher geopolitischer
Unsicherheiten sei im letzten Quartal mit einer Fortsetzung der
bisherigen Trends zu rechnen. Vor diesem Hintergrund erwarte der
Vorstand "weiterhin ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen, Anm.) in einer Bandbreite von 1,4 bis 1,55 Mrd.
Euro".
"Wir sehen, dass sich die Wirtschaft durch diesen Crash durch die
Zölle angepasst hat, wir sehen eine Fortsetzung stabil auf niedrigem
Niveau", begründete Eibensteiner die Beibehaltung der Jahresziele
nach den ersten neun Monaten. Die Auslastung im konventionellen
Energiebereich sei weiterhin gut, die Marktentwicklung in den
Bereichen Bahnsysteme, Luftfahrt und Lagertechnik positiv. Auch die
Umsetzung der Reorganisationsmaßnahmen laufe wie geplant. "Deshalb
können wir diesen Ausblick für das Geschäftsjahr 2025/26
bestätigen."
kre/rst/hel
ISIN AT0000937503
WEB http://www.voestalpine.com
ISIN DE0005937007
WEB http://www.man.eu/de/