Gestiegene Materialkosten drückten Gewinn bei Flugzeugzulieferer FACC
Operativer Gewinn (EBIT) von 18,4 Mio. Euro "entspricht den
Erwartungen des Managements" - Effizienzprogramm zeigt Wirkung
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weitere Details nach Pressekonferenz
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Der börsennotierte
oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat im ersten Halbjahr
zwar mehr Umsatz erwirtschaftet, dennoch aber einen geringeren
operativen Gewinn (EBIT) hinnehmen müssen. Die Erlöse legten im
Jahresabstand um 10,6 Prozent auf 484,7 Mio. Euro zu, das EBIT
erreichte 18,4 Mio. Euro, nach 22,6 Mio. Euro im Vergleichszeitraum
2024. Das Ergebnis "entspricht unseren Erwartungen", so der
FACC-Vorstand bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse am
Mittwoch.
"In Summe ist die Luftfahrtindustrie resilient unterwegs, wir
wachsen. Dennoch ist das Umfeld komplex und ändert sich sehr
rapide", sagte FACC-Chef Robert Machtlinger. Positiv für das
Unternehmen sei die Zoll-Vereinbarung zwischen der EU und den USA,
in der Luftfahrtprodukte nicht mit Zöllen belegt worden seien.
Triebwerke sorgen weiter für Probleme in der Lieferkette
Probleme gebe es weiterhin bei der Auslieferung von Triebwerken:
Bei Airbus stünden aktuell etwa 60 fertige Flieger aufgrund der
fehlenden Komponenten am Boden. "Die Triebwerksbauer können die
Demands derzeit nicht erfüllen", sagte Machtlinger. Dennoch befinde
sich die Luftfahrt im Aufwind. Heuer sollen weltweit erstmals mehr
als 5 Mrd. Passagiere ein Flugzeug besteigen, insgesamt sollen 2025
etwa 40 Mio. Flüge abgewickelt werden.
Der operative Gewinn der FACC sei von "Verwerfungen in den
internationalen Lieferketten sowie hohen Material- und
Personalkosten belastet" worden. Demnach seien bestimmte
Bestandteile von Legierungen, etwa Lithium, deutlich teurer
geworden, erklärte der FACC-Chef.
Hohe Materialkosten drückten auf den Gewinn
Alle Divisionen der FACC (Aerostructures, Cabin Interiors und
Engines & Nacelles) hätten das erste Halbjahr mit positivem EBIT
abgeschlossen, wobei der Bereich Aerostructures am stärksten von den
gestiegenen Materialkosten betroffen war, erklärte Finanzvorstand
Florian Heindl. Ab 2026 soll ein Großteil dieser Zusatzkosten an
Kunden weitergegeben werden, so der Vorstand. Unter dem Strich blieb
ein Gewinn von 9,8 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 3,8 Prozent,
nach 5,8 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Das erste Halbjahr sei von kurzfristigen Bedarfsanpassungen bei
Passagierflugzeugen geprägt gewesen. Die FACC habe unterdessen von
der positiven Entwicklung des Business Jet Marktes profitiert. Der
Auftragsbestand sei im ersten Halbjahr aufgrund von Neuaufträgen und
Ratensteigerungen auf über 6 Mrd. US-Dollar (5,15 Mrd. Euro)
gestiegen.
FACC schließt Kapitel rund um Betrugsfall aus 2015 ab
Einen Liquiditätsschub lieferte Ende März die Rückzahlung
eingefrorener Gelder rund um einen Betrugsfall aus 2015
("Fake-President-Fraud"). Das Unternehmen war damals Opfer eines
"Fake President Fraud" (Geschäftsführer-Trickbetrugs) geworden. Die
Täter hatten sich in E-Mails gegenüber der Buchhaltung als
Firmenchef ausgegeben und die Überweisung von 54 Mio. Euro auf
ausländische Konten veranlasst. 10,8 Mio. Euro wurden 2016 in China
sichergestellt und waren bis zur Freigabe durch das
Oberlandesgericht Wien im März 2025 auf Konten der Republik
Österreich eingefroren. "Dieses Kapitel schlägt die FACC mit erstem
Halbjahr 2025 zu", sagte Machtlinger.
Aktuell läuft bei dem oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer
ein Programm zur Effizienzsteigerung. Darin enthalten seien
Maßnahmen, um Kosten zu senken und Lagerbestände zu reduzieren. Der
Umsatz soll damit steigen, bei gleichbleibendem Personalstand. Der
Produktionsstandort in Österreich werde gesichert, indem weniger
ertragreiche Produktion, etwa für den Bereich Interiors, nach
Kroatien verlagert und hierzulande frei werdende
Produktionskapazität für hochpreisigere Produkte genutzt werde,
erklärte Machtlinger.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet der FACC-Vorstand eine
Umsatzsteigerung von 10 Prozent auf rund 1 Mrd. Euro. Die EBIT-Marge
soll sich im Vergleich zu 2024 (3,2 Prozent) verbessern.
cgh/hel
ISIN AT00000FACC2
WEB http://www.facc.at
ISIN CH0107020692
WEB http://www.montanatechcomponents.com/