Marktanalyse Österreich
Der ATX verteidigte diese Woche die 4,500-Punkte-Marke mit einem Minus von 1%. Europaweit reagierten die Börsen verhalten auf die Grundsatzeinigung im Zollstreit mit den USA, die einen Zollsatz von 15% auf die meisten EU-Importe ab 7. August vorsieht. Eine weitere Eskalation konnte zwar abgewendet werden, dennoch wird die europäische Wirtschaft mit erheblichen Mehrbelastungen zu kämpfen haben. Stark gesucht in diesem Umfeld waren Finanztitel, aber auch Öl- und Gaswerte reagierten positiv auf den Ölpreisanstieg. Im ATX setzten sich die Versicherer an die Performance-Spitze, während AT&S und Andritz nach den Quartalszahlen deutlich tiefer notierten.
In Österreich erreichte die Berichtssaison diese Woche ihren Höhepunkt mit etlichen ATX-Schwergewichten. Die Erste Group konnte ihren Nettogewinn im 1. Halbjahr um rund 2% auf EUR 1,67 Mrd. steigern und hob ihren Finanzausblick 2025 leicht an. Die RBI erhöhte ihren Nettogewinn exklusive Russland im 1. Halbjahr um 5% auf EUR 567 Mio. und bestätigte ihren Finanzausblick 2025.
Aus dem Energiesektor berichteten OMV und Verbund. Das operative Ergebnis der OMV fiel im 2. Quartal um 16% auf rund EUR 1 Mrd. infolge der niedrigeren Ölpreise und ungünstiger Währungsentwicklungen. Beim Verbund drückte die schwache Wasserführung auf das Betriebsergebnis im 2. Quartal, der Nettogewinn blieb jedoch mit EUR 406 Mio. stabil. Der Vorstand passte die obere Spanne beim Ergebnisausblick 2025 leicht nach unten an.
Die Andritz-Aktie reagierte negativ auf die Q2-Zahlen mit einem Umsatzminus von 10%, welches das schwache Marktumfeld 2024 widerspiegelt. Gleichzeitig überraschte ein Plus bei Neuaufträgen von 26% positiv. Der Vorstand erwartet, dass die Ergebnisse 2025 am unteren Ende des Prognosekorridors liegen werden.
AT&S rutschte gestern nach den Q1-Zahlen um 20% ab, obwohl die Margen über der Guidance lagen. Der Umsatz konnte um 14% auf knapp EUR 400 Mio. gesteigert werden dank Volumenzuwächsen, während Preisdruck und negative Wechselkurseffekte dämpften. Auch der Ausblick auf das 2. Quartal beinhaltet noch Belastungen aus dem Anlaufen der Hochvolumen-Produktion in Kulim. Der Ausblick für das kommende Wirtschaftsjahr mit Umsatz- und Margensteigerung wurde jedoch bestätigt.
Ausblick
Kommende Woche berichtet die voestalpine ihr Ergebnis zum 1. Quartal 2025/26. Lenzing und die Österreichische Post legen ihre Halbjahreszahlen vor.