BAWAG schrieb im Halbjahr ein Fünftel mehr Gewinn
Nachfrage im Wohnkreditbereich kehrt zurück - Ausblick
bestätigt - Einigung mit AK zu Kreditbearbeitungsgebühren
erzielt - GRAFIK
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Weitere Details mit Aussagen von Finanzchef Enver Sirucic (ab dem 3. Absatz)
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Die BAWAG hat im ersten Halbjahr 2025 mehr
eingenommen und mehr Gewinn erzielt. Beim Nettozinsertrag gab es ein
Plus zur Vorjahresperiode von 43 Prozent auf 903,4 Mio. Euro, beim
Provisionsüberschuss einen Zuwachs um 18 Prozent auf 179,3 Mio.
Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 411,2 Mio. Euro übrig, das
ist um ein Fünftel (20 Prozent) mehr als im ersten Halbjahr 2024.
Den Ausblick vom März bestätigt die Bank.
Die Kostenquote (Cost-Income-Ratio/CIR) stand im Halbjahr bei
37,2 Prozent. Im zweiten Quartal ergaben sich ein Nettogewinn von
210,2 Mio. Euro und Zugewinne beim Nettozinsertrag und beim
Provisionsüberschuss von 45 bzw. 19 Prozent. "Die operative Leistung
unserer Geschäftsbereiche war über die gesamte Gruppe hinweg
solide", sagte Bank-Chef Anas Abuzaakouk am Mittwoch laut
Aussendung.
Die Integration der jüngsten Zukäufe - die niederländische Knab
Bank sowie das deutsche Privatkundengeschäft von Barclays - laufe
besser als erwartet, sagte Finanzchef Enver Sirucic am Mittwoch im
Gespräch mit Nachrichtenagenturen. Es gehe schneller voran als
vermutet, ein Abschluss könnte in den kommenden 6 bis 18 Monaten in
Sicht sein.
Rückkehr der Nachfrage im Wohnkreditbereich
Das Kernkreditgeschäft - also das Privatkunden und KMU-Geschäft -
wachse entsprechend der Erwartungen. "Im Wohnkreditbereich sehen wir
eine Rückkehr der Kundennachfrage", sagte Sirucic. Getrieben sei
dies von der sinkenden Inflation, steigenden Löhnen und niedrigeren
Zinsen. Die Margen in dem Segment seien aber sehr gering und die
Konkurrenz unter den Kreditinstituten groß - das seien "gute
Nachrichten für die Kunden, aber schlechte Nachrichten für die
Bank", so der CFO. Er rechnet aber mit einer Normalisierung der
Lage, sobald die Leitzinsen weiter sinken.
Im deutlich kleineren Firmenkundengeschäft sei die Bank weiterhin
vorsichtig. Die BAWAG sei wählerisch bei der Auswahl ihrer Kunden
und fokussiere sich vor allem auf Cashflow-starke Industrien.
Entsprechend habe man in den vergangenen Jahren keine Ausfälle
gesehen.
Generell sei die BAWAG-Strategie in Zeiten sehr geringer Margen
von Vorsicht geprägt. "In einem Marktumfeld, das wir als überhitzt
im Kreditbereich betrachten, bleiben wir mit 15 Mrd. Euro an
Barmitteln, was über 20 Prozent unserer Bilanzsumme entspricht,
geduldig und diszipliniert", sagte der CEO in der Aussendung. Eine
Überhitzung sei in allen Segmenten zu sehen, ergänzte Finanzchef
Sirucic dazu. Daher halte man derzeit lieber Cash, als das Geld zu
extrem geringen Margen zu investieren.
Zum Ende des ersten Halbjahres lag die Quote notleidender Kredite
(non-performing loans/NPL) der BAWAG bei 0,7 Prozent. Mit einer
Steigerung der Quote in den kommenden Jahren rechnet Sirucic nicht.
Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag bei 13,5 Prozent - sie
berücksichtigt den Abzug eines Aktienrückkaufs in Höhe von 175 Mio.
Euro als auch die abgegrenzte Dividende in Höhe von 226 Mio. Euro
für das Halbjahr 2025. Die Genehmigung für den Aktienrückkauf habe
die Bank vergangene Woche von der Europäischen Zentralbank (EZB)
bekommen, der Rückkauf startet heute.
Ziele bestätigt
Ihre Ziele für 2025 sowie die Mittelfristprognose bis 2027
bestätigt die Bank. Im März kündigte die BAWAG an, für das laufende
Jahr einen Nettogewinn von über 800 Mio. Euro und eine
Eigenkapitalrentabilität von über 20 Prozent anzupeilen. Im ersten
Halbjahr 2025 lag die RoTCE (Return on Tangible Common Equity) bei
26,7 Prozent.
In den Jahren 2025 bis 2027 soll insgesamt ein Nettogewinn von
2,7 Mrd. Euro erwirtschaftet werden. 2027 soll zudem die
Milliardengrenze überschritten werden. Die Kostenquote soll bis 2027
unter 33 Prozent rutschen.
Einigung mit AK zu Kreditbearbeitungsgebühren
Im Streit mit der Arbeiterkammer (AK) rund um die
Kreditbearbeitungsgebühren habe die Bank zudem eine Einigung zu
deren Rückzahlung erzielt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte zuvor
eine von der BAWAG eingehobenen Bearbeitungsgebühren von 1,5 Prozent
auf Verbraucherkredite für unzulässig erklärt. Bemängelt wurde die
Art der Berechnung der Gebühren je nach Höhe des Kredits. Die
Einigung werde in den kommenden Wochen umgesetzt. Das sei positiv
für die betroffenen Kunden, so Sirucic am Mittwoch.
(Redaktionelle Hinweise: 0976-25, 88 x 98 mm)
bel/hel
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