Ausblick 2025
Die globalen BIP-Wachstumsprognosen wurden gegenüber den Schätzungen zu Jahresbeginn stark nach unten korrigiert. Weltweit wird ein Wirtschaftsanstieg von +2,8 % (vorher: +3,3 %) erwartet, wobei der Zuwachs in den USA nur mehr bei +1,8 % (vorher: +2,7 %) und in der Eurozone bei mageren +0,8 % (vorher: +1,0 %) liegt. Für den deutschen Wirtschaftsstandort wird nunmehr eine Stagnation (vorher: +0,3 %) erwartet.
Dr. Helmut Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der AMAG: „Das aktuelle Wirtschaftsumfeld ist geprägt von erhöhten Unsicherheiten infolge der vielfältigen und schwankenden handelspolitischen Maßnahmen. Diese beträchtlichen Volatilitäten erfordern eine rasche Anpassungsfähigkeit – eine Eigenschaft, die uns als AMAG auszeichnet. In gewohnter Art und Weise werden wir flexibel und kundenorientiert agieren. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Verwerfungen im globalen Wirtschaftsgeschehen auch die Geschäftsentwicklung der AMAG beeinflussen werden.“
Im Segment Metall wird der weitere Geschäftsverlauf – ausgehend von einer anhaltend stabilen Produktion – maßgeblich von der Preisentwicklung für Aluminium, Prämien und Rohstoffe beeinflusst. In den letzten Jahren wurde das Primäraluminium aufgrund von Zollvorteilen für Kanada am nordamerikanischen Markt verkauft. Die weltweiten US-Importzölle auf Aluminiumprodukte, die seit dem 12. März 2025 in Kraft sind, führen im Restjahr voraussichtlich zu einem Wegfall dieser Zollvorteile.
Im Segment Gießen führt das angespannte Marktumfeld in der europäischen Automobilindustrie zu Preisrückgängen. Aktuell ist davon auszugehen, dass die US-Zölle indirekt Einfluss auf den Absatz von Recycling-Gusslegierungen an europäische Automobilkunden nehmen können.
Marktbedingte Produktmixverschiebungen ermöglichen aus heutiger Sicht eine solide Auslastung im Segment Walzen, beeinträchtigen jedoch auch die Ergebnisse. Rund 30.000 Tonnen Walzprodukte, was etwa 15 % des Gesamtabsatzes entspricht, sind direkt von den US-Zöllen betroffen. Die indirekte Auswirkung auf den AMAG-Absatz an europäische Kunden ist derzeit schwer zu prognostizieren.
Die volatilen Rahmenbedingungen, insbesondere hinsichtlich handelspolitischer Maßnahmen, erschweren die Ergebnisprognose für das Restjahr 2025 signifikant. Aus heutiger Sicht kann ein Gesamtjahres-EBITDA von 110 Mio. EUR bis 140 Mio. EUR erzielt werden. Diese Einschätzung basiert unter anderem auf der grundlegenden Annahme, dass derzeit gültige Zollbedingungen, insbesondere die globalen US-Einfuhrzölle auf Aluminiumprodukte, unverändert bestehen bleiben.