Raiffeisen Russland: Keine neuen Fremdwährungskonten für Firmenkunden
Zweite Einschränkung des Fremdwährungsgeschäfts innerhalb
weniger Tage
Die Russland-Tochter der Raiffeisen Bank
International (RBI) eröffnet vorübergehend keine neuen und weiteren
Fremdwährungskonten für Firmenkunden, berichtete am
Freitagnachmittag die russische Tageszeitung "Kommersant" auf ihrer
Homepage. Nach der vor wenigen Tagen verkündeten Erhöhung der
Mindestsumme für Auslandsüberweisungen bei Privatkunden begrenzt die
Bank somit ein weiteres Mal ihr zuletzt sehr erfolgreiches Geschäft
mit Überweisungen aus und nach Russland."Die Bank hat viele Anträge auf Kontoeröffnungen erhalten, und
angesichts der aktuellen Verschärfung der Vorschriften,
einschließlich der Überprüfung von Fremdwährungszahlungen durch die
Korrespondenzbanken, konzentriert sich die Bank auf die Arbeit mit
dem bestehenden Geschäftsvolumen und stellt sicher, dass
Fremdwährungszahlungen in Übereinstimmung mit den aktuellen
Vorschriften in Russland und im Rahmen der üblichen Bankpraktiken
erfolgen", bestätigte der APA eine RBI-Sprecherin in Wien.
Mit Vorgaben von Korrespondenzbanken im Ausland, dazu zählt auch
die Mutterbank RBI in Wien, war zuletzt auch begründet worden, dass
Privatkunden der russischen Raiffeisenbank ab dem 6. März nur noch
Summen höher als 10.000 Euro oder Dollar ins Ausland überweisen
können.
Die russische Raiffeisenbank, die laut RBI-Angaben wegen der
Sanktionierung anderer Banken mittlerweile 25 Prozent der
Euroüberweisungen nach Russland sowie 30 Prozent der Euro- und
Dollarüberweisungen aus Russland im SWIFT-System abwickelt,
verzichtet mit diesem Verzicht auf neue Fremdwährungskonten von
Firmenkunden jedenfalls auf Einnahmen. Abgesehen von beträchtlichen
Spesen, die Kunden für internationale Überweisungen bezahlen müssen,
profitiert die Bank auch von intern festgesetzten Wechselkursen: Im
Online-Banking der russischen Raiffeisenbank kostete ein Euro am
Freitagnachmittag 83,35 Rubel und bekam man für einen Euro 76,81
Rubel. In Moskauer Wechselstuben waren laut dem Fachmedium banki.ru
Euro zur gleichen Zeit für 81,70 oder mehr Rubel zu kaufen und für
81,21 oder weniger Rubel zu verkaufen. Der offizielle Kurs der
russischen Zentralbank betrug 80,19 Rubel für einen Euro.
hgh/bel
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